[zur Startseite]
[zurück]

  Stand: 04.04.2004
 - Deutsche Fechtbücher
   - Bibliographie
   - Transkriptionen
 - Fechtbücher im WWW
[ZURÜCK] - [START] - Der Verein - Foren - Fechtbücher - Literatur - Kontakte
Der Altenn Fechter anfengliche kunst, 1529

Inhalt - Einleitung - Langes Schwert - Messer I - Messer II - Dolch - Ringen - Stange
$ voriger Abschnitt - nach unten

XXXVIII r

Volgen vil kunstlicher stuck Kämpffens / Ringens und Werffens.

Schweche suchen.

ES ist / wie in allem fechten / auch hierinne / der stercke unnd schweche höchlich acht zenemenn. So du ann man kompst / befleiß dich / wo er starck ist / das du ihm der nähsten schweche geremest (wie dann ein iede sterck ihre schweche mit bringt) und nach tringest / so machstu ihn verfallen.

Bruch.

In gleichem wert ist auch das In des zehaben / welches / als die rechte zeit / so du nit triffst / in der arbeit / unnd also versaumlich nachhin tappest / so merckt mans / ist all dein thun ummsunst.

XXXVIII v

Ann Rugken werffen.

IM ersten angriff geh uffrecht zu ihm / unnd erwisch in eil mit einer hanndt seinen schenckel / stoß ihn mit dem kopff an die brust / mit der anderen handt zum angesicht / so fellet er ann rugken.

Bruch.

So dich einr also oben geblendt / und unden erwischt / so truck ihm bede hend starck uff seinn kopff / dweil er in der schweche ist / so sitzt er uff den ars.

Arm

XXXIX r

Arm übertrucken.

MAgstu einem im ersten angriff bede arm erwischen / und wol über einander trucken / damit schwechstu ihn mechtig / deins gefallens nachvolgend zu werffen und schwingen.

Bruch.

Understeht er dir also bede arm zuverschlagen / so hab acht eh er dich in die schweche bringt / und lauff ihn starck mitt eim nachtruck mit deinr brust wider die seine / auß seinem fortheil / Magst also widerumb das Vor überkommen / und dich baß anschicken.

XXXIX v

Abwerffen. 

HAt dich einer in der mitte gefasset / mit dem kopff ann rugken zustossen vermeynend / so erwisch ihn in des mitt seinen bedenn achselen / odder wie du ihn daselbst mit dem goller fassen kanst / schlag ein beyn für / so schwingstu ihn drüber / das er fallen muß.

Bruch.

Faßt er dich also zum schwang / so laß von seiner weyche / und greiff ihm in die kniebüg / heb übersich / so fellest ihn ann rugkenn / Oder würffst ihn über deinn kopff / oder lauffst mit ihm darvon.

Schweche

XL r

Schweche stercken.

BEgreiffstu seine bede arm / so er dann gegen dir trucket / so zuck ihn gegen dir in die schweche / In des erwische seinen kopff under dein lincke achsel / schlahe damit dein linck beyn für / schwing ihn gleich darüber.

Bruch.

In des so du dich verfallest / erwisch seinn fürgsetzten lincken schenckel / mit deiner lincken handt / truck oben mit deiner rechten handt / seinn lincken arm und mit deim kopff an seine brust / so fellestu ihn.

XL v

Mauß greiffen.

SO einer sich inn stand gestellt / so ist ein griff vornen obenn ann schenckeln / beneben der gemacht / damitt einer gar liederlich und eilends zu werffen und zugreiffen ist / wie hierob angezeygt.

Bruch.

Solichs würt eben mit gleichem gebrochen / Geradtet allein dem der das vor behaltet / und wie ehgemelt / In des / Schweche und nachtrucks eben achtet.

Sterck

XLI r

Stercke schwechen.

HAt dich einr dermassen gefaßt / das du nit wol zu entkommen getreuwest / So er dich also nidertruckt / so zuck ihm zu dir mit deiner hanndt / den kniebug des schenckels / damit er am stercksten steht / stoß oben von dir / so leßt er die hend uff.

Bruch.

Halt ihn nit lang an deiner underen blösse / sonder so du ie deines gefallens / nit mit ihm rehd werden kanst / laß obenn abe / faß ihn In des an seiner weyche / so hebst ihn mit den beynen übersich oder uff deine achsel.

XLI v

Das hinderst vornen nemen.

SO er neben deiner rechten seitten steht / schlahe deinen rechten arm umb sein weyche / trehe ihn also umb mitt einem zuck / stell deinen rechten fuß für / weiche sunst mitt dem leibe hindersich / das gibt deinem zug einn gewalt / so fellet er über dein beyn.

Bruch.

Empfindestu das / erwisch eilend sein bede Schenckel umb die knie / mustu dann ie fallen / so fellestu uff ihn.

Uber

XLII r

Uber achsel stürtzen.

ERwisch ihm die lincke handt mit deiner rechten / ruck die übersich zu dir / In dem schwang / geh mit dem kopff under deim arm durch / buck für dich / so wirffestu ihn über deinenn rugken und achsel / uff seinen kopff.

Bruch.

Geht er dir also durch / laß ihn zu keiner weiteren arbeit kommen / sonder geh In des auch durch gleich wie er / so magstu ihm seinen arm über dein achsel brechen / oder ihn stürtzen / wie ietz gemeldet / und dergleichen.

XLII v

Nider stauchen.

ES ist ein schlechter fortheil / so es unversehens von nöten / Greiff einen hinderwerts in der weyche / heb ihn übersich / stell ihn hart nider / stoß ihm in deß mitt einem knie in seine kniebug / zur schweche / so fellest ihn zur Erden.

Bruch.

Erhebt dich einr also zum sturtz / Ergreiff seinen hals zwischen bede arm / ziehe seinen kopff also über deinen achsel / so zwingstu ihn mehr dann er dich.

XLIII r

Wurff auß dem Sturz.

OB einer dich in der weyche gefaßt / Lug ob du mitt dem leibe zu seiner seittenn kommen mögest / schlahe ein beyn hinder ihn / ziehe oben mit dem kopff / als obsteht. So er dann inn der stercke zeucht / unnd von dir will / In des laß den hinderstenn arm an seinem kopff gehen / truck ihn mit dem forderstenn an die brust / so fellest ihn ann rugken.

Bruch.

Fleiß dich ihn auß solchem zubringen / zuck oder stoß ihn mit deim beyn auß seiner stercke / Oder ergreiff ihm die lefftzen mitt einer handt am backen / reiß und trehe umb / so entbrichst ihm.

XLIII v

Hintragen.

IM ersten zugang ist ein mercklichs / einem den griff brechen / die arm verschrencken / unn einen nachmals in die schweche bringen / und derselben nach / In des behendiglich arbeytten.

Bruch.

Ist dir einer ie zu geschickt / und in alle weg zu behend / so habe acht / so bald du einn offnung ersihest / geh durch / das du ihn auff dein achsel bringest / lauff mit ihm davon.

Ann

XLIIII r

Ann kopff stellen.

Hab acht / ob du einen hinderwerts mitt dem wammest odder goller erwischen möchtest / hinden am halse / streck den arm vonn dir / so mag er dich nit wider umbgreiffen. Und so er also sich von dir arbeiten wollte / und zöhe / In des gib ihm einn nachtruck mitt gemeltem arm / als wolltest ihn auffs angsicht werffenn. So er dann sich also des falls besorgend / die hend fürschlegt / gegen der erde / so bhalt ihn doch beim goller / und far mit deinr andern handt hinderwerts zwischen seinen beynen durch / ergreiff ihm ein hand / unn über ein bein schwing ihn übersich / so stellst ihn auff den kopff.

Bruch.

Erwischt dich einr also mit dem goller / so buck und wind dich umm / deinen kopff under seinn arm / damit er dich gfaßt / ann leib hinan / Ergreiff ihm einen schenckel / heb ihn auff über ort so fellt er uff seinen kopff.

Gur-

XLIIII v

Gurgel werffen.

GReiff mit deiner rechten vorn an seine gurgel / schreit mit deim rechten hinder seinen rechten schenckel / schwing ihn also über dein knie und beyn.

Bruch.

So er dich also hinderschritten / und beim hals ergriffen / Trit mit deim lincken fuß hinder seinen lincken kniebug / so bringestu ihn zur schweche / und fellest ihn.

Diß und dergleichen alles sol man zur rechten und lincken gewohnen / wie sich die gelegenheit des angriffs begibt.

Hinder

XLV r

Hinderst zu vornen.

SO es dir werden mag / so fürschreitte ihn recht / schlahe ein handt hinder ihn / und greiff ihm zwischen die beyn / so wirfestu ihn über dein fürgestelt beyn fürsich.

Bruch.

Ergreifft er dich gemelter massen / so setz eilends deinen fuß / den er dir nit fürschritten / für dich in die stercke / faß ihn vornen / wie er dich hinderwerts / zwischen den beynenn / mitt der einenn handt / Den anderen arm schlahe ihm under sein kinn / trucks hindersich / schwing ihn zugleich also geschwind über deinen hindersten fuß / den er dir fürschritten hat.

XLV v

Hindergehn.

ERwüschest einem seine rechte mit deiner rechten handt / so kere deinen ruckgen gegen dem seinen / schlahe im die lincke handt umb sein weyche / buck dich in eil / so wirffst ihn über deinen kopff.

Bruch.

Ob dich also einer hindergehn will / so bleib in deiner sterck / und eh er sich zum wurff buckt / ergreiff seinen rechten schenckel mit deiner lincken handt / schwing ihn übersich auff dein achsel / lauff mit im darvon / Will er nit fallen / so wirt er sich selb wol an deinen vorgefasten rechten arm haltenn / Du möchtest ihn auch also übel werffen.

Gefangen

XLVI r

Gefangen nemen.

ENdtlich / so du einen geworffen unnd zu fall bracht / so knie im zwüsche bed bein auff sein gemacht / faß im bede hend / oder die gurgel / truck fast allenthalben zur erden / so behelstu ihn.

Bruch.

Bistu ie vergwaltigt unnd undergeworffen / hab eilends gut acht / das dir dein hend nit verschlossen / sonder far im gleich mitt einer handt ins angesicht / den daumen unders kinn / die anderen finger under den augapffel / greiff also starck / mit d` andern hand stoß im starck neben zur blasen / streck einen schenckel der dir am ledigsten / ziehe in geschwind wider an dich / so gibstu im ein guts zu den hoden / Mit disen dreien griffen zu einem mal magstu ihn von dir bringen.

XLVI v

Drittheyl dises Buchs. Von Fechten in der Stangen / Weliche ein Ursprung ist viler wehre / als Langspieß / scheflin / Helmpartten und zuber stangen

• Anbinden

     Die Stangen hat acht versatzungen / Vier im anbinden / oben zwo / und unden zwo / und zu beden seitten ein in ieder hand und zwo mitten in der stang.     Wenn du anbindest oben von der rechten handt in sein stange / so scheuß ihm dein ort in die brust / oder arbeite ihn über die stangen zu der rechten achsel / Weret er dir das / so schlahe ihm unden in

sein

nach oben - $ nächster Abschnitt
Bei Fragen und Anregungen zu dieser Seite wenden Sie sich bitte an webmaster@freifechter.org

Impressum

© 2000 / 2002 by
Die Freifechter
Gesellschaft für Historische Fechtkunst e.V.