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  Stand: 17.11.2004
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Literaturtip:

Cultura Martialis

Wie der Name schon sagt beschäftigt sich dieses neuen Kampfkunstmagazin vornehmlich mit den kulturellen Aspekten von Kampfkünsten. Damit stellt diese Zeitschrift eine erfreuliche Ausnahme in der Schwämme von Zeitschriften, die sich an Kampfkunstinteressierte richten, dar.

'Cultura Martialis' wendet sich vornehmlich an Leser, die mehr über die verschiedenen Hintergründe der Kampfkünste erfahren möchten.

Wer sich über die letzten Martial-Arts-Veranstaltungen und ihre Ergebnisse informiren möchte, ist bei CM offensichtlich falsch. Auch ist CM kein um Kurzartikel angereicherter Vertriebskatalog für Kampfkunst-Videos. Werbung ist generell sehr knapp gehalten.

Sehr positiv fällt auf, daß die betrachteten Kampfkünste nicht auf diejenigen asiatischen Ursprungs beschränkt sind sondern auch europäische und andere nicht-asiatische Kampfkünste bei CM ebenso berücksichtigt werden.

So handeln zwei von vier Artikeln der vorliegenden Ausgabe von der Entwicklung des Boxens bis Ende des 19. Jahrhunderts und vom Capoeira. Die beiden anderen Artikel beschäfigen sich mit Taijiquan und der Erzähltradition des Okinawa-Karate. Vier Artikel füllen eine 90-seitige Zeitschrift - das läßt auf den Umfang und die Tiefe der Artikel schließen. So umfasst der Artikel über das Boxen bzw. die Pugilistik 23 Seiten. Wobei einige Seiten allerdings durch Illustrationen gefüllt werden.

Der Pugilistik-Artikel ist detailiert aber nicht detailverliebt und vermittelt dem Leser einen guten Überblick und dem wirklich Interessierten eine breite Plattform für die weitere Beschäftigung mit dem Thema. In diesem Zusammenhang sei besonders auf den Endnotenapparat verwiesen. Neben den Belegangaben für die Aussagen des Autoren finden sich interessante Literaturhinweise für diejenigen, die tiefer in die Materie einsteigen wollen.

Bei 'Cultura Martialis' handelt es sich um eine Zeitschrift, die sich an einen sehr speziellen Leserkreis richtet. Daraus ergibt sich eine zur Zeit noch geringe Auflagenstärke mit all den damit verbundenen Nachteilen. CM wird nicht über den Zeitschriftenhandel vertrieben sondern kann nur per Bestellung bezogen werden. Versandkosten in Höhe von 3,- ¤ pro Ausgabe fallen an. Dazu kommt der recht hohe Preis von 12,50 ¤ pro Heft. Offenbar wollten die Herausgeber bei CM nicht (am falschen Ende) sparen. Die Verwendung von sehr festem Papier (100g/m²?) wird der Qualität der Inhalte gerecht, so dass

Ich persönlich halte 'Cultura Martialis' für ein sehr lobens- und unterstützenswertes Projekt. Bleibt zu hoffen, dass die Nachfrage so hoch wird, dass in Zukunft ein Vertrieb über den Zeitschriftenhandel möglich wird und CM für Anzeigenkunden so attraktiv wird, dass der Preis doch noch etwas gesenkt werden kann.

Weitere Informationen und die Bestelladresse gibt es unter www.cultura-martialis.com.

Stefan Dieke

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