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  Stand: 02.07.2007
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Das Konzept der Freifechter

Unser Ziel ist es, die Fechttechniken vergangener Zeiten zu rekonstruieren und auszuführen. Das Wissen um diese Techniken und die korrekte Ausführung steht dabei eindeutig im Vodergrund. Der Wettkampfgedanke spielt dabei keine Rolle; er würde das Erfassen der Historischen Fechttechniken in ihrer Komplexität eher stören. Viele verschiedene Techniken sind beim Historischen Fechten zu berücksichtigen, selbst wenn man sich auf eine Waffe (z.B. das Rapier) beschränkt. Natürlich beherscht man keine dieser Techniken von Anfang an. 'Gewinnen' könnte man recht bald, wenn man die ersten Techniken beherrscht, allerdings würde man dann sein Können auf diese wenigen Techniken beschränken und auch seinen Partner vom erlernen weiterer Techniken abhalten.
Wir fechten also miteinander - nicht gegeneinander. Da wir das Lernen und Wissen als höchstes Ziel ansehen, Wettkämpfe und Ranglisten keine Rolle spielen, sprechen wir von 'Historischer Kampfkunst' und nicht von 'Historischem Kampfsport'.

Da Fechten in vergangenen Zeiten in der Regel dazu diente, die Unversertheit des eigenen Lebens zu gewährleisten, waren die Techniken so konzipiert, daß man zunächst nicht vom Gegner getroffen wurde und man weiterhin dessen Aktivitäten möglichst schnell und effektiv unterbunden hat, indem man ihn Kampfunfähig machte, was meist eine entsprechende Verletzung oder den Tod bedeutete. Auch wenn wir bei unseren Aktivitäten von 'Kampfkunst' sprechen, so handelt es sich doch immer noch um Kampf und ist nicht ungefährlich. Um das Risiko für alle Beteiligten so gering wie Möglich zu halten, müssen auch wir Kompromisse eingehen. Dank der Technik des ausgehenden 20. Jahhunderts sind wir in der Lage, die Sicherheit durch entsprechende Schutzkleidung und Waffen zu erhöhen, wo bei Trainingskämpfen im 16. u. 17. Jh. spezielle Techniken (z.B. Stiche) ausgeschlossen wurden.

Die Techniken, die wir erarbeiten und vermitteln, sind keine Phantasieprodukte - sie entstammen historischen Quellen, die zum Teil als Lehrbuch konzipiert waren und dementsprechend detailiert und präzise geschrieben wurden. Andere Fechtbücher waren nur als Anhaltspunkt für den damaligen Fechtmeister während seines Unterrichts gedacht. Die Qualität der Beschreibungen schwankt also erheblich. Erst durch die Analyse mehrer Werke erschließen sich die Feinheiten auch der letzten Techniken, denn egal wie ausführlich ein Fechtbuch geschrieben wurde, es bleiben immer Quellen für Fehlinterpretationen und Unklarheiten. Die Sprache hat sich in den vergangenen Jahrhunderten doch erheblich geändert, ebenso wie das Allgemeinwissen und der Zeitgeist. Was für die Menschen im 16. Jahrhundert nicht erwähnenswert war, weil sowieso jedermann bekannt, läßt heutzutage Raum für Spekulationen, die man nur durch weitere Quellenforschung untermauern oder widerlegen kann und muß. Wahrscheinlich gelingt es niemals, den Fechtstil eines Meisters aus dem Mittelalter oder Renaissance hundertprozentig nachzustellen. Die Tradierungskette ist unterbrochen, da ältere Fechttechniken immer neueren Waffen und den damit verbundenen Fechttechniken weichen mußten, was schließlich zum Olympischen Fechten führte. Wir können uns also nur bemühen, unseren bisherigen Interpretationen aufgrund der Eigenschaften der Waffe und den vorhandenen Quellen wieder und wieder in Frage zu stellen, um so eine größtmögliche Annäherung an den tatsächlichen Stil vergangener Jahrhunderte zu erreichen.

Bei Fragen und Anregungen zu dieser Seite wenden Sie sich bitte an webmaster@freifechter.org

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