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XVI r
Das fünffte und letste theil dises Buchs
in welchem gelehrt und auffs
kürtzest gehandelt wirt /
von dem Fechten in
der Stangen / Helleparten /
unnd vom langen Spieß.
Diese drei Wehr hab
ich derenhalben zusamen in ein Figur gatiert / dieweil der
Spieß seiner lenge halben und nach der perspectiva sich also
oben in Figuren am besten geschickt hat / derenhalben dieweil dann ein
jede Figur wie bißher auch geschehen / mit einem sondern
Buchstaben vermerckt / sol sich der fleissige Leser das nicht jtzen
lassen / unnd willalso die halbe Stangen als ein fundament aller langen
Wehren / zum ersten für die hand nehmen / und erstlich
anzeigen wie vil der Leger demnach wie du dieselbigen ins werck richten
solt / lehren und beschreiben.
Von den Legern oder Huten.
Der Leger aber sein fürnemlich
fünffe / nemlich die Oberhut / gerad ubersich vor dir
außgestreckt unnd zu beiden seiten / demnach die Underhut
auch zu beiden seiten / ferner so hastu auch zwo Nebenhuten und ein
Mittelhut / letztlich die Steirhut.
Oberhut
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XVI v
Oberhut.
In die Oberhut schicke dich also / stand mit dem
lincken Fuß vor / halt dein Stangen mit dem hinderen theil an
deiner Brust / also das der vordern ort gerad ubersich gegen dem Himmel
stande / wie du nun solche gerad vor dir anschickest / also soltu sie
auch zu beiden Seiten in das werck richten / und ob du wol allwegen mit
dem lincken Fuß vor bleiben solt / so mustu doch mit den
Füssen nicht zu weit von einander kommen / auff das du mit dem
lincken Fuß alwegen ein fürtrit haben
könnest.
Underhut.
Die mach also / stand aber mit dem lincken
Fuß vor / halt dein Stangen mit dem hindern ort an deiner
weiche / und mit dem vordern ort vor dir außgestreckt auff
die Erden / wann du nun also den hindern ort an deiner rechten Weiche
behaltest / so gilt es demnach gleich ob du den vordern ort zur Lincken
oder Rechten oder gerad vor dir außgestreckt haltest / oder
führest / welches außstrecken du wandlen magst /
eintweders nach seinem herstechen oder nach deinen
fürgenomenen Stucken.
Nebenhut und Mittelhut.
Zu deren schicke dich also / stand mit dem rechten
Fuß vor / halt dein Stangen mit dem mitleren theil auff
deiner lincken Hüfft / also daß das kurtzer ort unnd
hinder ort gegen dem Man / das lenger aber hinder dir
außstehe / beut jhm also die recht Seiten wol dar / wie
dich
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XVII r
ABBILDUNG
STANGE A
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XVII v
dich das under Bild in der Figur A. zur Rechten
hand lehrt / die Mittelhut ist die gerade versatzung vor dem Mann /
daraus man dann am meisten ficht.
Steurhut.
In diese schicke dich also / stand mit dem lincken
Fuß vor / unnd halt dein Stangen mit dem vorderen ort
für deinem lincken Fuß auff die erden / und den
hindern ort mit außgestreckten Armen vor deinem gesicht
ubersich / allerding wie du solches an dem anderen Bild zur Lincken
hand in obgedachter Figur sehen kanst / Auch soltu dieseHut also machen
/ stand mit dem Rechten Fuß vor / und halt dein Stangen
hinder dir / auch mit dem vordern ort auff die erden / so bistu
geschickt zum streich.
Von dem anbinden und der Stangen versatzungen /
Auch jhrer theilung.
Die Stangen wirt auch in vier theil getheilt /
gleichfals wie bißher von andern Wehren gelehrt / Derenhalben
hastu auch vier anbind / und geschicht das erste anbinden am vordern
oder eussern theil der Stangen / Das ander vor der hand / welche er in
der Stangen vor führet / Das dritte in der mitte der Stangen /
Das vierdte aber wirt durch das einlauffen mit dem hindern ort zu wegen
gebracht / auff solche theilung und anbinde soltu sonderlich acht
nehmen unnd haben / dann es sonst sorglich ist / wo man sich nicht
befleißt in einem jeden theil des selbigen
zugehörete stuck zu Fechten / als nemlich im ersten theil und
anbind die schleg und fliegende stöß / im andern die
bleiben Winden und nachreisen / und ferner in den andern die einlauffen
und Ringen.
Der
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XVIII r
Der Versatzung aber in der Stangen seind
fürnemlich auch wie der anbinden vier / deren dann die erste
mit dem vorderen theil deiner Stangen von beiden seiten / Die ander vor
der hand / die dritte in der mitte / und die vierte mit dem hindern ort
volbracht wirt / Dieweil aber solche alle in stucken gnugsam zu
verstehn / ist ohn von nöten von deren eim jeden in sonderheit
zuhandeln.
Oberhut.
Im zufechten schicke dich in die Oberhut / und nim
wahr als bald er dir gegen deiner Lincken seiten zu sticht / so trit du
auff dein Rechte seiten von seinem stoß aus / und Stich mit
jhm zugleich hinein / im hinein stechen aber / so wende die Lange
schneide gegen seiner Stangen / so felt er mit seinem stoß /
und triffestu mit dem deinen.
Stoßt er dir aber gegen deiner Rechten /
so trit aus seinem stoß gegen deiner Lincken seiten / und
stoß abermal wie vor gleich mit jhm hinein.
Das ander stuck auß der Oberhut.
Merck / im zufechten schicke dich in die Oberhut /
Sticht er als dann auff dich her es sey unden oder oben zum leib / so
trit jhm (wann er dir zu einer seiten hersticht) aus seinem stich gegen
der andern seiten / und schlag gleich in solchem austretten von oben
nider auff sein vordere hand /und merck fleissig in dem er dieselbige
zuckt / so stoß gerad vor dir hin gegen seinem gesicht.
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XVIII v
Ein anders / wie du jhm von Oben nider durch seine
Stangen
Schlagen / und wider ubersich
außreissen / unnd mit einer
hand nach schlagen solt.
IM
zufechten schicke dich in die Oberhut zur Lincken / das ist das dein
Stangen mit dem vordern ort / oder langeren theil uber deiner Lincken
Achsel auffstehe / trit also mit dem lincken Fuß vor zu jhm /
stoßt er gegen deiner Brust oder deinem gesicht zu / so
spring wol aus seinem stoß gegen seiner Rechten seiten / und
schlag jhm mit deiner Stangen (die du dann zu beiden henden gefast
behalten solt) von Oben nider / auff die mitte seiner Stangen gantz
durch / also das du durch solchen schlag mit deiner Stangen in die
rechte Underhut komest / von deren (wo er ferner deinem gesicht aber zu
würde stechen) Reiß mit halber schneid wider
ubersich gegen deiner Lincken Achsel / gleich mit in dem du also
ubersich reissest / so gibe mit deiner lincken Hand deiner Stangen den
schwung / in disem schwung laß die lincke Hand ab von deiner
Stangen / unnd schlage mit einer hand von deiner Rechten uberzwerch
gegen seinem schlaff / der oberschlag sampt dem Riß sollen
behend auff einander geschehen / als bald und in dem dieser schlag
antrifft / so ergreiff mit deiner lincken Hand dein Stangen wider / und
verzucke die in die gerade Versatzung.
Ein anders.
MErck wann
du jhm also nun von Oben durch sein Stangen geschlagen / und dernach
auch wider von Unden ubersich ausgerissen hast / und mit deiner lincken
Hand sampt dem vor-
dern
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XIX r
dern theil deiner Stangen wider ubersich komen bist
/ so wende als bald dein Rechte hand zu sampt dem hindern ort auch
ubersich / unnd lasse dieselbige weil / dein vordern ort mit der
lincken hand neben deiner Lincken zur seiten aus wider undersich
sincken / unnd wende hiemit den vordern lengern theil deiner Stangen
widerumb von unden ubersich gegen seiner Rechten / dises alles
muß in einem huy geschehen / stoß als dann ferner
mit einem austrit gerad gegen seinem gesicht / aber hab acht das du
nicht allein im hinein stossen dein rechte Hand wider undersich zu
deiner Brust wendest / sondern dieselbige auch wol an deiner Brust und
inwendig an deinem lincken Arm im stossen für dir hin zu jhm
hinein schiebest / also hastu aus der Oberhut erstlich wie du
austretten und mit jm zugleich stossen solt / Zum anderen jm sein
Stangen von oben nider ausschlagen und nachstechen / Zum dritten wie du
jhm gegen seiner Stangen von oben nider durchbrechen / unnd von unden
ubersich ausreissen / auch wie du letztlich ein verführten
stoß machen solt / gelehrt.
Wie du aus der Underhut mit jhm zugleich
Hinein stechen solt.
MErck /
wann du nun also im zufechten dein Rechte hand sampt dem hindern ort
deiner stangen / an deiner Rechten weiche haltest / und dein vordern
ort mit wol fürsich nach gehencktem leib / vor deiner Rechten
zur seiten aus auff der erden ligen hast / so nim war als balt er gegen
deinem gesicht hersticht / so trit mit deinem Rechten Fuß
gegen deiner Rechten seiten auß / unnd mit deinem Lincken
ferner gegen seiner Lincken zu jhm / stiche jhm also in dem er seinen
stoß herführet / oberhalb seinem Lincken Arm zu
seinem gesicht / auch soltu hiemit in dem du also mit jhm
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XIX v
hinein stossest / deinen Kopff wol von seinem
herfliegenden stoß uber dein Stang gegen deiner Rechten
seiten undersich sencken / so bistu desterbas versetzt.
Ein anders / wie du jhm sein stoß
auszschlagen /
unnd nach stossen solt.
IM
zufechten schicke dich abermals mit wol fürsich gebogenem Kni
/ also das dein oberer leib der Stangen wol nach gesenckt sey / in die
Underhut wie vor / unnd merck als bald er her stoßt / so
schlage jhm seine Stangen von deiner Rechten gegen deiner Lincken in
einem ruck aus / bis in die gerade versatzung / unnd ehe dann er sich
von solchem stos wider erholt und ermant / so stos jhm mit einem
aussprung gegen seinem gesicht.
Ein anders.
MErck wann
du dich im zufechten in die Lincke Underhut verfallen hast / und er
schlecht dir mit einer hand von Oben herein gegen deinem Kopff / so
fahre mit beiden Armen ubersich auff / mit solchem aufffahren spring
jhm wol under seinen streich hinein / versetze jhm also seinn schlag
zwischen dein beide hend auff dein Stangen / als bald unnd in dem der
schlag auff dein Stangen bocht / und noch im zusamen rühren
ist / so zuck mit deiner Rechten hand den hindern ort zu dir / auch
lasse hiemit den vorderen ort undersich sincken / führe jm
dasselbige zwischen seinen beiden henden under seiner Stangen zum leib
/ und stosse jhm also underhalb seiner Stan-
gen
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XX r
gen zwischen seinen beiden henden / für
sein Brust / in dem du aber also hinein stossest / so wende deinen
hinderen ort zu sampt deiner Rechten hand wider undersich / gegen
deiner Brust / auff das du mit derselbige den stoß hart an
deiner Brust / und inwendig an deinem Rechten arm hinein
führen könest / nach volbrachtem stoß soltu
behend mit dem band wider an seiner Stangen sein / damit du dich dester
baß vor seinem nachfechten schützen mögest.
Wie du jhm aus der Lincken Underhut auß
seinem stoß
weichen / und mit jhm zugleich
hinein stossen solt.
IM
zufechten trit mit deinem Lincken fuß vor / halt dein hindern
ort sampt der Rechten hand in der Rechten weiche / unnd lasse den
vordern ort deiner Stangen gegen deiner Lincken ein wenig zur seiten
aus / vor dir ausgestreckt auff der erden ligen / unnd merck aldo als
bald dein gegenfechter auff dich her stoßt / so trit mit
deinem Rechten fus hinder deinem Lincken zur seiten aus / ein wenig
gegen seiner Rechten seiten / und in dem du deinen Rechten fus im
hinder tretten noch also nider setzest / so trit eilents mit deinem
Lincken fus auch gegen seiner Rechten seiten fürter zu jm /
und stoß jhm oberhalb seinem Rechten arm (in dem er her
stoßt) gegen seinem gesicht.
Wie du jhm seinen stoß von deiner
Lincken Underhut
ausschlagen und nach stechen
solt.
ODer
wann du auff gemelte weiß in der Rechten Underhut stehest /
so trit abermals wie vor / in dem er her sticht gegen seiner Rechten
seiten aus seinem stoß / und schlag jhm gleich mit sei-
ne stangen
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XX v
ne Stangen von deiner
Lincken gegen deiner Rechten ab / demnach stosse jhm behend abermals
wie vor ( ehe dann er sich wider erholt ) gegen seinem gesicht.
Wie du mit Langer schneide von deiner Lincken
ubersich
außnehmen / und durch
die Rosen wider von deiner Rechten
unden auff gegen seinem gesicht stechen solt.
IM
zufechten schicke dich in die Underhut zur Lincken wie vor / stost er
dann auff dich her / so fahre mit beiden Armen auff / und schlage jm
seinen stoß mit dem vordern theil deiner Stangen von deiner
Lincken ubersich / gegen deiner Rechten mit Lnager schneide aus / also
das du in solchem ausschlagen mit deiner Stangen gantz ubersich durch
kommest / wende demnach dein Stangen wider neben deiner Rechten von
unden auff / und stich von derselbigen wider ubersich gegen seinem
gesicht.
Wie du jhm sein Stangen außrucken und
nach stechen solt.
MErck
wann du im zufechten in der Underhuten eine kommest / unnd er nicht
arbeiten noch stossen will / so laß dich mit geberden mercken
und ansehen / als woltestu dich aller erst umb sehen was dir
für stuck zu Fechten seyen / als bald und in dem er aber sein
Stangen also von jhm ausstreckt / so rucke jhm die in einem
uhnversehenen ruck oder schlag aus / unnd stoß jhm behend
(all dieweil er nach mit seiner Stangen vom genomnen stoß
daumelt) gegen seinem gesicht / in
disem
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XXI r
disem ausschlagen
soltu fleissig wahr nehmen / das du dich (wie nechst auch angeregt)
nicht mit deiner Stangen dem ausschlagen nach zu weit auff die seiten
verfahrest / sonder schlage jhm die seine (wie gelehrt) in einem ruck
aus / auff das du mit deiner Stangen behend wider gerad vor seinem
gesicht seyest / und also den stoß volbringest ehe dann er
sich wider ermant.
Wie du auß der Mittelhut fechten solt.
Im zufechten schicke
dich in die Mittelhut / auff solche weiß wie das grosser Bild
in hievor getruckter Figur A. zur Rechten hand anzeigt / unnd nim wahr
als bald du jhn erlange kanst / so wirff jhm dein Stangen mit deiner
Rechten hand uberzwerch durch sein gesicht / zu solchem wurff gibe
deiner Stangen mit deiner Lincken hand ein starcken schwung / unnd
laß dieselbige hiemit von der Stangen ab / auff das deine
Stangen in disem wurff dester geschwinder durch sein gesicht und umb
dein Kopff fliegen könne / in dem aber / das dein Stang also
durch sein gesicht und umb dein Kopff fleugt / so trit auch mit deinem
Lincken Fuß fürt zu jhm / unnd greyff under des /
dieweil dein Stangen im herumb fliegen noch in der lufft ist / mit
deiner Lincken hand wider an dein Stangen / und schlage jhm zum andern
von deiner Lincken gegen seiner Rechten durch das gesicht / auch gegen
seiner Stangen durch wo er die vor jhm führet / dieser schlag
soll mit beyden henden verricht werden / also das du nach endt des
schlags in die Rechte Underhut kommest / dieweil dein Stangen aber also
in disem schlag in die Underhut verfallet / wirt er dir behendiglichen
gegen deinem gesicht (welches dann mit solchem verfallen
enblöst wirt) herstossen / deren halben so trit mit deinem
Rechten Fuß eilents auff dein Rechte seiten / unnd
stoß mit jm zugleich auch gegen seinem gesicht hinein / doch
das du im hinein stossen die Lange schnei-
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XXI v
de sampt dem hindern
theil der Stangen gegen der seinen gewendet / unnd deinen Kopff wol aus
seinem stoß uber dein Stangen entzuckt habest / so bistu
versetz.
Oder nach dem du also
durch disen schlag in die Rechte Underhut verfallen bist / und er
deiner gegebenen Blösse zu stost / so Reisse mit halber
schneide jhme sein herfliegende stangen ubersich / gegen deiner Lincken
Achsel aus / zugleich mit solchem Ausreissen führe dein
Stangen oben umb dein Kopff / und schlage jhm von deiner Rechten aussen
uber seinem Lincken Arm / disen schlag soltu auch mit beiden henden
herumb führen / hie zwischen hab acht ob er dir (dieweil du
disen schlag also herumb führest) zum gesicht stossen wolle /
so bald er dann solches thut / so führe den hinderen ort im
herumb fahren dester niderer vor deinem gesicht herumb / unnd lasse den
schlag dester geschwinder fliegen / versetzt er dir aber den schlag mit
hangender Stangen / so merck in dem dein Stang auff die seine bocht
oder felt / so bald wend auch den hindern ort ubersich / und
stoß jhm ober oder underhalb seiner Stangen zum leib.
Ein anders / wie du dich vor jhm verkehren / oder
ubergeben / ausnehmen und
nachschlagen solt.
IM
zufechten schicke dich auff obgemelte form / in die Mittelhut zur
Lincken seiten / unnd trit also bald mit deinem Lincken Fuß
hinder deinem Rechten zu jm / also das du in solchem umbwenden / jhme
den Rucken zu wendest / in dem du dich aber also vor jhm umbwendest /
wirt er dir eilents gegen deinem gesicht herstechen / in meinung das zu
ereylen / derenhalben so erhebe in solchem hindersich treten dein beide
hend zu sampt dem hinderen theil deiner Stangen / also das das vorder
theil derselbigen gegen der erden hanget / behendiglich .ubersich
ausgestreckt gegen
seiner
###SEITENWECHSEL###
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XXII r

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XXII v
seiner Lincken / und
schlag jhm in solchem deinem umbwenden / seinen herkommenden
stoß mit deiner hangenden Stangen von deiner Rechten gegen
deiner Lincken zur seiten aus / und laß die selbige durch ein
schwung vollend umb den Kopff fahren / in dem du aber also mit deiner
Stangen herumb fahrest / so laß die Lincke hand (nach dem du
mit derselbigen deiner Stange einen sterckern schwung gegeben hast) ab
/ und schlag mit einer hand einen starcken geschwinden streich zu
seinem Lincken ohr / Dises ist ein geschwind stuck / welches im ersten
angriff wol angeht / dan mit deinem umbwenden reitzestu jhn zu stossen
/ stost er ddann / so nimstu jhm gleich in solchem umbwenden sein
Stangen aus / und triffst jhn gewiß / so er ernstlichen
gestossen hat.
Diese bißher
gelehrte stuck aus den seiten Legern / hab ich darumb erstlich setzen
wollen / damit wann du durch Verschlagen / Verstossen oder Versetzen in
derselben eines ankomen werest / dich dester füglicher wissest
wider zu ermanen / auch dich in folgende stuck dester baß
wissest zu richten / dann in disen langen Wehren komstu gleichfals wie
auch in bißher verrichten Wehren / in vollem Fechten jmmer
aus einem in das ander / in welchen du dich demnach nicht lang erst
bedencken must was dir zu thun sey / sonder mit den nechst
fürfalleten stucken fürtringen.
Nun in die gerade
Versatzung aber / wie ich sie hie genent hab / schicke dich im
zufechten also / wie dich die zwen bossen in hievor getruckter Figur
fürbilden und lehren.
Das erste stuck im eussersten anbinden.
SO
du jhm mit deinem eussersten theil deiner Stangen an das eusserste der
seinen anbindest / so truck jhm dieselbige in einem uhnversehenen
starcken ruck zur seiten aus / soch also das du mit der deinen dem
austrucken nach nicht verfahrest / sonder stoß jm
behendiglichen / von seiner Stangen ab / für dir hin zu seinem
gesicht / un das eilents ehe dan er sich vom austrucken erholt hat.
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XXIII r
Ein anders / wie du nach dem außrucken
durchfahren
und auff der andern seiten
stossen solt.
SO
du aber in solchem ausrucken gewahr wirst / das er mit seiner Stangen
so behend wider ankompt / also das du jhn mit gelehrtem stoß
nit ereylen kanst / so thu jhm also / Ruck jm seine Stangen abermal
auff ein seiten wie vor auch / und laß dich mercken als
woltestu wie vor stossen / aber als bald und in dem er mit seiner
Stangen wider her zu gegen deiner eylet / in meinung deinen
stoß zuversetzen / so fahr du dieweil er noch herwischt /
under derselbigen seiner Stangen durch / und stoß jhm auff
der andern seiten mit einem aussprung eilents unnd gewaltig zum gesicht
/ Dises ist ein geschwinder durchgang / wann du einem also sein Stang
ohnversehens außruckest / demnach behend unden durch fahrest
/ und auff der andern seiten hinein stost.
Ein anders / wie du jhm die Stangen
außrucken /
und zu seinem
fürgesetzten bein schlagen solt.
IM
zurechten bind jhm von deiner Lincken hand / mit deinem eussersten
theil an das eusserste seiner Stangen / und truck jhm die in einem
unversehenen ruck gegen seiner Lincken hand auß / unnd zucke
dein Stangen behend wider zu ruck / gegen deiner Lincken umb deinen
Kopff / laß hiemit dein Lincke hand von der Stangen ab / unnd
schlage mit einer Hand von deiner Rechten starck uberzwerch / mit einem
weiten zutrit deines Rechten fusses durch sein füß /
ergreiffe demnach dein Stangen dieweil dieselbige im streich noch also
durch fahrt / wider mit deiner Lincken hand / und schlage als dann den
andern mit beiden henden / von deiner Lincken schlims
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XXIII v
gegen seiner Rechten achsel durch / also das du nach ende des schlags
in die rechten Underhut kommest / von deren stoß jhm nach
obgeschriebener form zu seinem gesicht.
Oder
wann du also zu seinem fürgesetzten bein uberzwerch
durchschlechst / so schauw das du dein Stangen im durchschlagen wider
auff deiner Lincken seiten mit deiner Lincken hand ergreiffest / als
bald du die ergriffen hast / so zuck dein hindern ort zu deiner Rechten
and dein Brust / und mit der Lincken fahr wol mit ausgestrecktem Arm in
die Stangen hinein / in dem du aber dein hend also in der Stangen von
einander zeuchst / so wende dein Stangen gegen seiner / und schlag jm
dieselbige (in dem er her stöst) auch auß / also das
du dein Stangen gewaltig und starck mit außgespanenem Lincken
Arm wider in die gerade Versatzung bekommest / und stoß als
dann behendiglich gerad für dir hin zu seinem gesicht nach.
Ein stuck wie du den
Hirnschlag machen solt.
DEn treib also / im zufechten binde jm
mit deinem eussersten theil deiner Stangen in sein eusserste an / aldo
laß dich mit geberden mercken als sehest du dich ernstlich
umb / wo oder wie du jhm gegen seinem gesicht stechen wollest / als
bald er das mercken wirt / so wirt er fleissig war nehmen auff dein
abgohn / auff das er dir behend in dem du abgehest nach stossen
könne / Derhalben wann du dich am aller ernstlichen stellest /
sam du alben zu stechen wollest / so ruck dein hindern ort eilents
ubersich / und mit der Lincken hand aber schwing die Stangen zu ruck /
gegen deiner Lincken umb den Kopff / unnd schlag jhm also mit einer
hand ohnversehens gerad von oben zu seinem Kopff / unnd ob er under
dessen schon herstechen wirde / so geht jhm derselbige doch nicht an /
dann du bist jhm zu geschwind mit dem schlag auff seinem Kopff / Diese
und derglei-
chen
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