Die Freifechter - Gesellschaft für Historische Fechtkunst e.V.

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Inhalt - I r..VIII v - XXIV r .. XXX v  - XXXI r .. XXXVII v
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  Stand: 04.04.2004
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Deutsche Fechtbücher
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XVI r

Das fünffte und letste theil dises Buchs
in welchem gelehrt und auffs kürtzest gehandelt wirt /
von dem Fechten in der Stangen / Helleparten /
unnd vom langen Spieß.

Diese drei Wehr hab ich derenhalben zusamen in ein Figur gatiert / dieweil der Spieß seiner lenge halben und nach der perspectiva sich also oben in Figuren am besten geschickt hat / derenhalben dieweil dann ein jede Figur wie bißher auch geschehen / mit einem sondern Buchstaben vermerckt / sol sich der fleissige Leser das nicht jtzen lassen / unnd willalso die halbe Stangen als ein fundament aller langen Wehren / zum ersten für die hand nehmen / und erstlich anzeigen wie vil der Leger demnach wie du dieselbigen ins werck richten solt / lehren und beschreiben.

Von den Legern oder Huten.

Der Leger aber sein fürnemlich fünffe / nemlich die Oberhut / gerad ubersich vor dir außgestreckt unnd zu beiden seiten / demnach die Underhut auch zu beiden seiten / ferner so hastu auch zwo Nebenhuten und ein Mittelhut / letztlich die Steirhut.

Oberhut

XVI v

Oberhut.

In die Oberhut schicke dich also / stand mit dem lincken Fuß vor / halt dein Stangen mit dem hinderen theil an deiner Brust / also das der vordern ort gerad ubersich gegen dem Himmel stande / wie du nun solche gerad vor dir anschickest / also soltu sie auch zu beiden Seiten in das werck richten / und ob du wol allwegen mit dem lincken Fuß vor bleiben solt / so mustu doch mit den Füssen nicht zu weit von einander kommen / auff das du mit dem lincken Fuß alwegen ein fürtrit haben könnest.

Underhut.

Die mach also / stand aber mit dem lincken Fuß vor / halt dein Stangen mit dem hindern ort an deiner weiche / und mit dem vordern ort vor dir außgestreckt auff die Erden / wann du nun also den hindern ort an deiner rechten Weiche behaltest / so gilt es demnach gleich ob du den vordern ort zur Lincken oder Rechten oder gerad vor dir außgestreckt haltest / oder führest / welches außstrecken du wandlen magst / eintweders nach seinem herstechen oder nach deinen fürgenomenen Stucken.

Nebenhut und Mittelhut.

Zu deren schicke dich also / stand mit dem rechten Fuß vor / halt dein Stangen mit dem mitleren theil auff deiner lincken Hüfft / also daß das kurtzer ort unnd hinder ort gegen dem Man / das lenger aber hinder dir außstehe / beut jhm also die recht Seiten wol dar / wie

dich

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ABBILDUNG STANGE A

XVII v

dich das under Bild in der Figur A. zur Rechten hand lehrt / die Mittelhut ist die gerade versatzung vor dem Mann / daraus man dann am meisten ficht.

Steurhut.

In diese schicke dich also / stand mit dem lincken Fuß vor / unnd halt dein Stangen mit dem vorderen ort für deinem lincken Fuß auff die erden / und den hindern ort mit außgestreckten Armen vor deinem gesicht ubersich / allerding wie du solches an dem anderen Bild zur Lincken hand in obgedachter Figur sehen kanst / Auch soltu dieseHut also machen / stand mit dem Rechten Fuß vor / und halt dein Stangen hinder dir / auch mit dem vordern ort auff die erden / so bistu geschickt zum streich.

Von dem anbinden und der Stangen versatzungen /
Auch jhrer theilung.

Die Stangen wirt auch in vier theil getheilt / gleichfals wie bißher von andern Wehren gelehrt / Derenhalben hastu auch vier anbind / und geschicht das erste anbinden am vordern oder eussern theil der Stangen / Das ander vor der hand / welche er in der Stangen vor führet / Das dritte in der mitte der Stangen / Das vierdte aber wirt durch das einlauffen mit dem hindern ort zu wegen gebracht / auff solche theilung und anbinde soltu sonderlich acht nehmen unnd haben / dann es sonst sorglich ist / wo man sich nicht befleißt in einem jeden theil des selbigen zugehörete stuck zu Fechten / als nemlich im ersten theil und anbind die schleg und fliegende stöß / im andern die bleiben Winden und nachreisen / und ferner in den andern die einlauffen und Ringen.

Der

XVIII r

Der Versatzung aber in der Stangen seind fürnemlich auch wie der anbinden vier / deren dann die erste mit dem vorderen theil deiner Stangen von beiden seiten / Die ander vor der hand / die dritte in der mitte / und die vierte mit dem hindern ort volbracht wirt / Dieweil aber solche alle in stucken gnugsam zu verstehn / ist ohn von nöten von deren eim jeden in sonderheit zuhandeln.

Oberhut.

Im zufechten schicke dich in die Oberhut / und nim wahr als bald er dir gegen deiner Lincken seiten zu sticht / so trit du auff dein Rechte seiten von seinem stoß aus / und Stich mit jhm zugleich hinein / im hinein stechen aber / so wende die Lange schneide gegen seiner Stangen / so felt er mit seinem stoß / und triffestu mit dem deinen.

Stoßt er dir aber gegen deiner Rechten / so trit aus seinem stoß gegen deiner Lincken seiten / und stoß abermal wie vor gleich mit jhm hinein.

Das ander stuck auß der Oberhut.

Merck / im zufechten schicke dich in die Oberhut / Sticht er als dann auff dich her es sey unden oder oben zum leib / so trit jhm (wann er dir zu einer seiten hersticht) aus seinem stich gegen der andern seiten / und schlag gleich in solchem austretten von oben nider auff sein vordere hand /und merck fleissig in dem er dieselbige zuckt / so stoß gerad vor dir hin gegen seinem gesicht.

XVIII v

Ein anders / wie du jhm von Oben nider durch seine Stangen
Schlagen / und wider ubersich außreissen / unnd mit einer
hand nach schlagen solt.

IM zufechten schicke dich in die Oberhut zur Lincken / das ist das dein Stangen mit dem vordern ort / oder langeren theil uber deiner Lincken Achsel auffstehe / trit also mit dem lincken Fuß vor zu jhm / stoßt er gegen deiner Brust oder deinem gesicht zu / so spring wol aus seinem stoß gegen seiner Rechten seiten / und schlag jhm mit deiner Stangen (die du dann zu beiden henden gefast behalten solt) von Oben nider / auff die mitte seiner Stangen gantz durch / also das du durch solchen schlag mit deiner Stangen in die rechte Underhut komest / von deren (wo er ferner deinem gesicht aber zu würde stechen) Reiß mit halber schneid wider ubersich gegen deiner Lincken Achsel / gleich mit in dem du also ubersich reissest / so gibe mit deiner lincken Hand deiner Stangen den schwung / in disem schwung laß die lincke Hand ab von deiner Stangen / unnd schlage mit einer hand von deiner Rechten uberzwerch gegen seinem schlaff / der oberschlag sampt dem Riß sollen behend auff einander geschehen / als bald und in dem dieser schlag antrifft / so ergreiff mit deiner lincken Hand dein Stangen wider / und verzucke die in die gerade Versatzung.

Ein anders.

MErck wann du jhm also nun von Oben durch sein Stangen geschlagen / und dernach auch wider von Unden ubersich ausgerissen hast / und mit deiner lincken Hand sampt dem vor-

dern

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dern theil deiner Stangen wider ubersich komen bist / so wende als bald dein Rechte hand zu sampt dem hindern ort auch ubersich / unnd lasse dieselbige weil / dein vordern ort mit der lincken hand neben deiner Lincken zur seiten aus wider undersich sincken / unnd wende hiemit den vordern lengern theil deiner Stangen widerumb von unden ubersich gegen seiner Rechten / dises alles muß in einem huy geschehen / stoß als dann ferner mit einem austrit gerad gegen seinem gesicht / aber hab acht das du nicht allein im hinein stossen dein rechte Hand wider undersich zu deiner Brust wendest / sondern dieselbige auch wol an deiner Brust und inwendig an deinem lincken Arm im stossen für dir hin zu jhm hinein schiebest / also hastu aus der Oberhut erstlich wie du austretten und mit jm zugleich stossen solt / Zum anderen jm sein Stangen von oben nider ausschlagen und nachstechen / Zum dritten wie du jhm gegen seiner Stangen von oben nider durchbrechen / unnd von unden ubersich ausreissen / auch wie du letztlich ein verführten stoß machen solt / gelehrt.

Wie du aus der Underhut mit jhm zugleich
Hinein stechen solt.

MErck / wann du nun also im zufechten dein Rechte hand sampt dem hindern ort deiner stangen / an deiner Rechten weiche haltest / und dein vordern ort mit wol fürsich nach gehencktem leib / vor deiner Rechten zur seiten aus auff der erden ligen hast / so nim war als balt er gegen deinem gesicht hersticht / so trit mit deinem Rechten Fuß gegen deiner Rechten seiten auß / unnd mit deinem Lincken ferner gegen seiner Lincken zu jhm / stiche jhm also in dem er seinen stoß herführet / oberhalb seinem Lincken Arm zu seinem gesicht / auch soltu hiemit in dem du also mit jhm

XIX v

hinein stossest / deinen Kopff wol von seinem herfliegenden stoß uber dein Stang gegen deiner Rechten seiten undersich sencken / so bistu desterbas versetzt.

Ein anders / wie du jhm sein stoß auszschlagen /
unnd nach stossen solt.

IM zufechten schicke dich abermals mit wol fürsich gebogenem Kni / also das dein oberer leib der Stangen wol nach gesenckt sey / in die Underhut wie vor / unnd merck als bald er her stoßt / so schlage jhm seine Stangen von deiner Rechten gegen deiner Lincken in einem ruck aus / bis in die gerade versatzung / unnd ehe dann er sich von solchem stos wider erholt und ermant / so stos jhm mit einem aussprung gegen seinem gesicht.

Ein anders.

MErck wann du dich im zufechten in die Lincke Underhut verfallen hast / und er schlecht dir mit einer hand von Oben herein gegen deinem Kopff / so fahre mit beiden Armen ubersich auff / mit solchem aufffahren spring jhm wol under seinen streich hinein / versetze jhm also seinn schlag zwischen dein beide hend auff dein Stangen / als bald unnd in dem der schlag auff dein Stangen bocht / und noch im zusamen rühren ist / so zuck mit deiner Rechten hand den hindern ort zu dir / auch lasse hiemit den vorderen ort undersich sincken / führe jm dasselbige zwischen seinen beiden henden under seiner Stangen zum leib / und stosse jhm also underhalb seiner Stan-

gen

XX r

gen zwischen seinen beiden henden / für sein Brust / in dem du aber also hinein stossest / so wende deinen hinderen ort zu sampt deiner Rechten hand wider undersich / gegen deiner Brust / auff das du mit derselbige den stoß hart an deiner Brust / und inwendig an deinem Rechten arm hinein führen könest / nach volbrachtem stoß soltu behend mit dem band wider an seiner Stangen sein / damit du dich dester baß vor seinem nachfechten schützen mögest.

Wie du jhm aus der Lincken Underhut auß seinem stoß
weichen / und mit jhm zugleich hinein stossen solt.

IM zufechten trit mit deinem Lincken fuß vor / halt dein hindern ort sampt der Rechten hand in der Rechten weiche / unnd lasse den vordern ort deiner Stangen gegen deiner Lincken ein wenig zur seiten aus / vor dir ausgestreckt auff der erden ligen / unnd merck aldo als bald dein gegenfechter auff dich her stoßt / so trit mit deinem Rechten fus hinder deinem Lincken zur seiten aus / ein wenig gegen seiner Rechten seiten / und in dem du deinen Rechten fus im hinder tretten noch also nider setzest / so trit eilents mit deinem Lincken fus auch gegen seiner Rechten seiten fürter zu jm / und stoß jhm oberhalb seinem Rechten arm (in dem er her stoßt) gegen seinem gesicht.

Wie du jhm seinen stoß von deiner Lincken Underhut
ausschlagen und nach stechen solt.

ODer wann du auff gemelte weiß in der Rechten Underhut stehest / so trit abermals wie vor / in dem er her sticht gegen seiner Rechten seiten aus seinem stoß / und schlag jhm gleich mit sei-

ne stangen

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ne Stangen von deiner Lincken gegen deiner Rechten ab / demnach stosse jhm behend abermals wie vor ( ehe dann er sich wider erholt ) gegen seinem gesicht.

Wie du mit Langer schneide von deiner Lincken ubersich
außnehmen / und durch die Rosen wider von deiner Rechten
unden auff gegen seinem gesicht stechen solt.

IM zufechten schicke dich in die Underhut zur Lincken wie vor / stost er dann auff dich her / so fahre mit beiden Armen auff / und schlage jm seinen stoß mit dem vordern theil deiner Stangen von deiner Lincken ubersich / gegen deiner Rechten mit Lnager schneide aus / also das du in solchem ausschlagen mit deiner Stangen gantz ubersich durch kommest / wende demnach dein Stangen wider neben deiner Rechten von unden auff / und stich von derselbigen wider ubersich gegen seinem gesicht.

Wie du jhm sein Stangen außrucken und
nach stechen solt.

MErck wann du im zufechten in der Underhuten eine kommest / unnd er nicht arbeiten noch stossen will / so laß dich mit geberden mercken und ansehen / als woltestu dich aller erst umb sehen was dir für stuck zu Fechten seyen / als bald und in dem er aber sein Stangen also von jhm ausstreckt / so rucke jhm die in einem uhnversehenen ruck oder schlag aus / unnd stoß jhm behend (all dieweil er nach mit seiner Stangen vom genomnen stoß daumelt) gegen seinem gesicht / in

disem

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disem ausschlagen soltu fleissig wahr nehmen / das du dich (wie nechst auch angeregt) nicht mit deiner Stangen dem ausschlagen nach zu weit auff die seiten verfahrest / sonder schlage jhm die seine (wie gelehrt) in einem ruck aus / auff das du mit deiner Stangen behend wider gerad vor seinem gesicht seyest / und also den stoß volbringest ehe dann er sich wider ermant.

Wie du auß der Mittelhut fechten solt.

Im zufechten schicke dich in die Mittelhut / auff solche weiß wie das grosser Bild in hievor getruckter Figur A. zur Rechten hand anzeigt / unnd nim wahr als bald du jhn erlange kanst / so wirff jhm dein Stangen mit deiner Rechten hand uberzwerch durch sein gesicht / zu solchem wurff gibe deiner Stangen mit deiner Lincken hand ein starcken schwung / unnd laß dieselbige hiemit von der Stangen ab / auff das deine Stangen in disem wurff dester geschwinder durch sein gesicht und umb dein Kopff fliegen könne / in dem aber / das dein Stang also durch sein gesicht und umb dein Kopff fleugt / so trit auch mit deinem Lincken Fuß fürt zu jhm / unnd greyff under des / dieweil dein Stangen im herumb fliegen noch in der lufft ist / mit deiner Lincken hand wider an dein Stangen / und schlage jhm zum andern von deiner Lincken gegen seiner Rechten durch das gesicht / auch gegen seiner Stangen durch wo er die vor jhm führet / dieser schlag soll mit beyden henden verricht werden / also das du nach endt des schlags in die Rechte Underhut kommest / dieweil dein Stangen aber also in disem schlag in die Underhut verfallet / wirt er dir behendiglichen gegen deinem gesicht (welches dann mit solchem verfallen enblöst wirt) herstossen / deren halben so trit mit deinem Rechten Fuß eilents auff dein Rechte seiten / unnd stoß mit jm zugleich auch gegen seinem gesicht hinein / doch das du im hinein stossen die Lange schnei-

XXI v

de sampt dem hindern theil der Stangen gegen der seinen gewendet / unnd deinen Kopff wol aus seinem stoß uber dein Stangen entzuckt habest / so bistu versetz.

Oder nach dem du also durch disen schlag in die Rechte Underhut verfallen bist / und er deiner gegebenen Blösse zu stost / so Reisse mit halber schneide jhme sein herfliegende stangen ubersich / gegen deiner Lincken Achsel aus / zugleich mit solchem Ausreissen führe dein Stangen oben umb dein Kopff / und schlage jhm von deiner Rechten aussen uber seinem Lincken Arm / disen schlag soltu auch mit beiden henden herumb führen / hie zwischen hab acht ob er dir (dieweil du disen schlag also herumb führest) zum gesicht stossen wolle / so bald er dann solches thut / so führe den hinderen ort im herumb fahren dester niderer vor deinem gesicht herumb / unnd lasse den schlag dester geschwinder fliegen / versetzt er dir aber den schlag mit hangender Stangen / so merck in dem dein Stang auff die seine bocht oder felt / so bald wend auch den hindern ort ubersich / und stoß jhm ober oder underhalb seiner Stangen zum leib.

Ein anders / wie du dich vor jhm verkehren / oder
ubergeben / ausnehmen und nachschlagen solt.

IM zufechten schicke dich auff obgemelte form / in die Mittelhut zur Lincken seiten / unnd trit also bald mit deinem Lincken Fuß hinder deinem Rechten zu jm / also das du in solchem umbwenden / jhme den Rucken zu wendest / in dem du dich aber also vor jhm umbwendest / wirt er dir eilents gegen deinem gesicht herstechen / in meinung das zu ereylen / derenhalben so erhebe in solchem hindersich treten dein beide hend zu sampt dem hinderen theil deiner Stangen / also das das vorder theil derselbigen gegen der erden hanget / behendiglich .ubersich ausgestreckt gegen

seiner

###SEITENWECHSEL###

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XXII v

seiner Lincken / und schlag jhm in solchem deinem umbwenden / seinen herkommenden stoß mit deiner hangenden Stangen von deiner Rechten gegen deiner Lincken zur seiten aus / und laß die selbige durch ein schwung vollend umb den Kopff fahren / in dem du aber also mit deiner Stangen herumb fahrest / so laß die Lincke hand (nach dem du mit derselbigen deiner Stange einen sterckern schwung gegeben hast) ab / und schlag mit einer hand einen starcken geschwinden streich zu seinem Lincken ohr / Dises ist ein geschwind stuck / welches im ersten angriff wol angeht / dan mit deinem umbwenden reitzestu jhn zu stossen / stost er ddann / so nimstu jhm gleich in solchem umbwenden sein Stangen aus / und triffst jhn gewiß / so er ernstlichen gestossen hat.

Diese bißher gelehrte stuck aus den seiten Legern / hab ich darumb erstlich setzen wollen / damit wann du durch Verschlagen / Verstossen oder Versetzen in derselben eines ankomen werest / dich dester füglicher wissest wider zu ermanen / auch dich in folgende stuck dester baß wissest zu richten / dann in disen langen Wehren komstu gleichfals wie auch in bißher verrichten Wehren / in vollem Fechten jmmer aus einem in das ander / in welchen du dich demnach nicht lang erst bedencken must was dir zu thun sey / sonder mit den nechst fürfalleten stucken fürtringen.

Nun in die gerade Versatzung aber / wie ich sie hie genent hab / schicke dich im zufechten also / wie dich die zwen bossen in hievor getruckter Figur fürbilden und lehren.

Das erste stuck im eussersten anbinden.

SO du jhm mit deinem eussersten theil deiner Stangen an das eusserste der seinen anbindest / so truck jhm dieselbige in einem uhnversehenen starcken ruck zur seiten aus / soch also das du mit der deinen dem austrucken nach nicht verfahrest / sonder stoß jm behendiglichen / von seiner Stangen ab / für dir hin zu seinem gesicht / un das eilents ehe dan er sich vom austrucken erholt hat.

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Ein anders / wie du nach dem außrucken durchfahren
und auff der andern seiten stossen solt.

SO du aber in solchem ausrucken gewahr wirst / das er mit seiner Stangen so behend wider ankompt / also das du jhn mit gelehrtem stoß nit ereylen kanst / so thu jhm also / Ruck jm seine Stangen abermal auff ein seiten wie vor auch / und laß dich mercken als woltestu wie vor stossen / aber als bald und in dem er mit seiner Stangen wider her zu gegen deiner eylet / in meinung deinen stoß zuversetzen / so fahr du dieweil er noch herwischt / under derselbigen seiner Stangen durch / und stoß jhm auff der andern seiten mit einem aussprung eilents unnd gewaltig zum gesicht / Dises ist ein geschwinder durchgang / wann du einem also sein Stang ohnversehens außruckest / demnach behend unden durch fahrest / und auff der andern seiten hinein stost.

Ein anders / wie du jhm die Stangen außrucken /
und zu seinem fürgesetzten bein schlagen solt.

IM zurechten bind jhm von deiner Lincken hand / mit deinem eussersten theil an das eusserste seiner Stangen / und truck jhm die in einem unversehenen ruck gegen seiner Lincken hand auß / unnd zucke dein Stangen behend wider zu ruck / gegen deiner Lincken umb deinen Kopff / laß hiemit dein Lincke hand von der Stangen ab / unnd schlage mit einer Hand von deiner Rechten starck uberzwerch / mit einem weiten zutrit deines Rechten fusses durch sein füß / ergreiffe demnach dein Stangen dieweil dieselbige im streich noch also durch fahrt / wider mit deiner Lincken hand / und schlage als dann den andern mit beiden henden / von deiner Lincken schlims

XXIII v

gegen seiner Rechten achsel durch / also das du nach ende des schlags in die rechten Underhut kommest / von deren stoß jhm nach obgeschriebener form zu seinem gesicht.

Oder wann du also zu seinem fürgesetzten bein uberzwerch durchschlechst / so schauw das du dein Stangen im durchschlagen wider auff deiner Lincken seiten mit deiner Lincken hand ergreiffest / als bald du die ergriffen hast / so zuck dein hindern ort zu deiner Rechten and dein Brust / und mit der Lincken fahr wol mit ausgestrecktem Arm in die Stangen hinein / in dem du aber dein hend also in der Stangen von einander zeuchst / so wende dein Stangen gegen seiner / und schlag jm dieselbige (in dem er her stöst) auch auß / also das du dein Stangen gewaltig und starck mit außgespanenem Lincken Arm wider in die gerade Versatzung bekommest / und stoß als dann behendiglich gerad für dir hin zu seinem gesicht nach.

Ein stuck wie du den Hirnschlag machen solt.

DEn treib also / im zufechten binde jm mit deinem eussersten theil deiner Stangen in sein eusserste an / aldo laß dich mit geberden mercken als sehest du dich ernstlich umb / wo oder wie du jhm gegen seinem gesicht stechen wollest / als bald er das mercken wirt / so wirt er fleissig war nehmen auff dein abgohn / auff das er dir behend in dem du abgehest nach stossen könne / Derhalben wann du dich am aller ernstlichen stellest / sam du alben zu stechen wollest / so ruck dein hindern ort eilents ubersich / und mit der Lincken hand aber schwing die Stangen zu ruck / gegen deiner Lincken umb den Kopff / unnd schlag jhm also mit einer hand ohnversehens gerad von oben zu seinem Kopff / unnd ob er under dessen schon herstechen wirde / so geht jhm derselbige doch nicht an / dann du bist jhm zu geschwind mit dem schlag auff seinem Kopff / Diese und derglei-

chen