Stand: 04.04.2004
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New Künstliches Fechtbuch,
Das Ist,
Ausführliche
Desckription
der Freyen Adelichen und
Ritterlichen Kunst
des Fechtens in den
gebreuchlichsten Wehren, als Schwerdt, Dusacken,
Rappier, Stangen und Helleparten, im fechten und mit fein gewissen zu
und abtritten aus den Lagern, auch Geschwindigkeit, benebem kurzer
Erklärung einer sehr nothwendigen Instruction, sampt viel
schönen, ganz nützlichen und zierlichen Figuren
eygentlich fürgestellet: Nun aber allen und jeden der
löblichen Fechtkunst Liebhabern, zu sonderlichem gefallen in
diese kleine Form gebracht und an tag gegeben, Durch den Wolerfahrnen
und berühmten Freyfechtern
J A C O B
S V T O R I V M
von Baden.
Gedruckt zu Franckfurt am Mayn durch Johann
Bringern,
In Verlegung Willhelm
Hoffmans.
M. DC. XII.
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Den Durchleuchtigen,
hochgebornen Fürsten und Her-
ren, Herrn Iulio Friderico,
Herrn Achilli Friderico, und Herrn
Magno Friderico, Herzogen zu Würtenberg und Leck, Grafen zu
Mumpelgart,
Herrn zu Heidenheim und
Oberkirch, meinen Gnädigen Fürsten und Herren.
DUrchleuchtige, Hochgeborne Fürsten,
gnädige Herrn, E. F. G. seyen mein ganzwillig schuldige
Dienst, meines eussersten vermögens underthenig zuvor bereyt,
gnädige Fürsten und Herrn. Demnach E. F. Gn.
unverborgen, das die löblich Adeliche und Ritterliche Kunst
des Fechtens ein uralte Kunst ist, auch allen und jeden Personen,
weß Stands die seyen, sehr nutzlich und dienlich, so woll zu
Erhaltung deroselben bestendiger Gesundheit, als auch zur Defension des
Leibes und Lebens, derer sich Dapffere und Mannhafte Kriegshelden, zu
allen und jeden Zeiten insonderheit befliessen, und dardurch ihre
Adeliche Mannheit zu Rettung deß gemeinen Vaterlands
sichbarlich dargethan, bewiessen, auch ewig Lob und Ruhm dardurch
erlanget haben, wie solches fürnemlich am allermeisnten
auß der uralten Römer Historien Schreibern zu
ersehen. Es wirdt auch dieser ritterlichen Kunst deß Fechtens
in heiliger Göttlicher Schriften ganz
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ehrlichen und wol
gedacht, insonderheit deß newen Testaments, da der heilige,
als sonst ein hocherleuchter und außerwehlter
Rüstzeug Gottes, Apostel Paulus in der ersten Epistel an die
Corinther am sechsten Capitel, einen Christlichen Ritter und Streiter
auff die Vortheil sehen heisset, so da ein Rittermässiger
Kämpffer und Streitter in gute Achtung zu nehmen pfleget. was
aber obermelte Ritterliche und Edel Fechtkunst, vor frommen und nuzen
zu allen und jeden Zeitten gebracht, ist einigen Beweisthumbs im
wenigsten nich von nöthen, dieweil es jedermenniglichen an
allen Orten sehr wol bewust. Welches dann E. F. Gn. Herrn Vorfahren
Christmilter Hochlöblich seeligster
Gedächtnuß, als Fürstliche Heroische
Herzer, und deß löblichen Fürstlichen
Hauses Kronen, auch befunden und erfahren haben: Darumb sie dann
nächst Göttlicher Hülff und Beystandt mit
ihrer Fürstlichen Ritterlichen Dapfferkeit auch nicht ohne
Hülff dieser Adelichen Fechtkunst wider alle Feindt mit
grossem Muth und Mannheit gezogen, glücklichen obgelegen, und
durch solch ihre Heroica facta ewig Lob und Ruhm erlanget haben. Nun
ist auch gleich wol nutzlich zu bedenken daß die Ritterliche
und Edel Fechtkunst erstlichen ein sehr geringen Anfang gehabt, da man
sich mit fast geringen Waffen hat behelffen, auch defendiren
müssen wie in den uralten Scribenten zu lesen, biss man je
lenger je ferner, wie auch sonst in allen andern Künsten
geschehen, kommen, und nunmehr durch die tägliche ubliche
Ehrfahrung so weit bracht, da? sich billich darüber zu
verwundern. Dieweil dann Durchleuchtige hochgeborne Fürsten
und Herrn, gedachte Ritterliche und Edel Fechtkunst von
underschiedtlichen Authoren in allerhandt, als Teutscher, Lateinisch,
Italianisch und Französicher Sprachen hiebevor in Druck
aussgangen, aber dieselbe in solchen Büchern also Dunckel,
daß auch einer wol beneben einem guten Lehr und Fechtmeister
auß solchen nichts gewisses kann lernen, so hat doch in
Newlichkeit ein Liebhaber dieser Ritterlichen Fechtkunst, als nemlich
Jacob Sutorius von Baden, Freyfechter, wie er sie nun von vielen Jahren
hero durch die tägliche Ubung selbert in Ehrfahrung bracht,
auß allerley Fechtbüchern, so da jemahls zu
bekommen, die fürnembste und ausserlesene Stück im
Schwerdt, Dusacken, Rappier, Stangen und Helleparten, kurz in ein
fasciculum oder Büchlein zusamen getragen, mit ihren Lagern
und Tritten, zu unnd von dem Mann zu gebrau-
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chen, eygentlich
beschrieben, die Jugendt, so er auff Vniuersiteten und anders wo
obgedachte Löbliche Fechtkunst gelehret, auß
gegenwertigem Büchlein, als ein Fundament, underwiesen, auch
wann schon einer ein Stück auss eim Lager vergessen,
darauß gar wol wider in pristinam memoriam reuociren
können. Dieses Buch aber, demnach es von vielen, so zu der
Ritterlichen und Edel Fechtkunst Lust und Gefallen haben, in sehr hohem
Werth gehalten, und zum offtern abgeschrieben worden, Als bin durch
viel vornemme hohes und nidern Standts Personen, und der
Löblichen Adelichen Fechtkunst Liebhabern, ich zu
underschiedtlichen mahlen ersucht und gebetten worden, solche
Mühe, nemlich die Stöcke in oberzehlten Wehren, als
Schwerdt, Dusacken, Rappier, Stangen und Helleparten mit ihren gewissen
Lagern in Holtz zu schneiden, an die Handt zu nemen und in
diß klein Format zu verfertigen. Wann dann ich meinem von
Gott dem Allein mögenden mir mitertheilten geringen thalent
nach, doch auff vorhergehendes vieler guthertzigen bitten und flehen,
dem gemeinen Nutzen zum besten, nach vermögen zu dienen, mich
in alle wege schuldig erkenne, hab ich diß gegenwertiges Buch
mit allen zugehörigen Stücken sampt den Lagern, wie
es sich gebüret, in diess jetzo füglicher kleine
Form, auff das zierlichst, als immer müglich, in Holz de nouo
schneiden und bringen wollen, solche Mühe, Fleiss und Kosten
nicht vergebens angewendet zu haben verhoffend, weil sonderlich
diß Buch also zugerichtet, daß es nunmehr die
blühendt angehende Jugendt, so zu dieser Ritterlichen
Fechtkunst Lust unnd lieb tragen, auff Unterweisung eines guten Lehr
und Fechtmeisters, gar leichtlich in kurzem auß dem Fundament
hierin lernen, jeder Zeit auff den Nothfall zu repetiren und gebrauchen
mögen. Weil aber Durchleuchtige, Hochgeborne Fürsten
und Herrn, mir ganz wol bewust, daß E. F. Gn. wie sonsten zu
allen andern Heroischen Tugenden tam in literis, quam armis, also auch
zu vielgedachter Ritterlichen unnd Edel Fechtkunst, ein besondern Lust
und Gefallen tragen, und ich selbsten darinn zweiffels ohne zum
fleissigsten geübt haben, wie auch noch, als habe
hochgedachten E. F. Gn. ich in Underthenigkeit dieses
Büchlein, wiewol es nicht mein selbst eygen Arbeit, doch zu
wenigsten etwas, als die Stöcke darinn zu schneiden, zu
Beförderung und Edirung deßelben gethan, dediciren,
unnd under deroselben E. F. Gn.
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Namen in offnen Truck
auff mein Kosten verfertigen, jedermann communiciren und mittheilen
wöllen, der tröstlichen Hoffnung und Zuversicht, E.
F. G. solches in Gn. vermercken werden. Gelanget
demnach an E. F. Gn. mein in Underthenigkeit Hochfleissiges Bitten und
Gesinnen, dieselbe solches ihnen in Gnaden gefallen lassen, unnd mein
gnädige Fürsten und Herren seyn, auch bleiben
wöllen. Dieselbe E. F. Gn. hiemit Götllicher
Protection, mich aber deroselben zu Gn. ganz getrewlich befehlende.
Datum Franckfurt am Mayn, den ersten Tag Monats Aprilis im Jahr unsers
einigen Erlösers Christi Ein Tausent, Sechshundert und
Zwölff.
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E. F. G.
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Unterthenig
gehorsamer
Wilhelm Hoffman, Bürger
in
Franckfurt
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1
Erster Theil
Von Innhalt
deß langen Schwerts, auch in was Ordnung
solches beschrieben wirdt, sampt dero Lägern in demselbigen.
Warumb
Spielleuth gehen vorn an,
Wann Fechter wöllen
Schulen han,
Drumb, das sie ihn machen ein Muth,
So einer mit andern fechten
tuth,
Umb Gelt, oder ein schönes Kränzlein,
Wie der Knab tregt am Schwerdte
seyn.
In dem Fechter Gelt nemmen ein,
Under dens trincken wir gern
Wein,
Fordern darzu auch unsern Lohn,
Lahn sorgen, wo sie es her han,
Derowegen ohn Lohn und Trunck,
Wie ihnen spielen selten genung
.
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2
Beschreibung vom
Schwertfechten in so wol deß
Manns, als Schwerts
Abtheilung, und von deßen
Lägern oder Huten.

ERstlich,
die Theilung deß fechten im langen Schwerdt ist der Anfang,
Mittel und End. Der Anfang ist das zufechten, so einer gegen den Mann,
welchen er vor sich hat, zuficht: und das zufechten geschicht
anfänglich auß oder von den Lägern mit
Haüwen, als die Hauptläger und Beyläger. Der
Hauptläger seind vier, als die Oberhut, Ochs, Olber und der
Pflug. Die Beyläger sind Zornhut, Langord, Brechfenster,
Einhorn, Schranckhut, Schlüssel, Eisenport, Wechsel, Nebenhut
und Hengetort. Der Haw im Schwerd sind Principal oder Haupthaw, Beyhaw
und Meisterhaw. Die Principal haw sindt Ober, Under, Mittel und
Zornhaw. Beyhaw sind, Kurtz, Schiel, Glietz, Krumb, Brell, Wind, Blend,
Kron, Knichel, Sturtz, unnd Wechselhaw. Meisterhaw sind, Zorn, Krumm,
Zwerch und Scheittelhaw. Das Mittel ist die Handtarbeit, wann einer im
Bundt seinem
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3
Gegentheil im fechten mit aller Geschwindigkeit
zusetzet. Die bey oder Handtarbeit im mittel ist die gröste
Kunst, und allerley Geschwindigkeit in anbinden deß Schwerts,
winden, wechseln, nachreysen, verführen, schneiden, duplieren,
ablauffen, umbschlagen, schlaudern, vorschieben, zucken, rucken,
absetzen, ringen, einlauffen, verstellen, werffen und nachdringen.
Hieher gehört auch die Blössunge, so da vierley, und
die vier Hauptläger sind, in Außtheilung
deß Mann und Schwerts, wie dann auch das recht stehen und
tretten. Das Ende ist der Abzug, wie sich ein Fechter von seinem
Gegenpart ohn Schaden hinweg und abhawen möge. Deß
Schwerts stücke oder theil sind der Knopff, Ort, Kreutz,
Gefeß, Hefft, Bundt, und die Klinge. Der Klinge theilung ist
die Stärcke, Schweche, kurtz und lange Schneiden, das ist
vorder und hinder. Deß Schwerts stärcke ist das
theil von dem Kreutz oder Hefft biß mitten in die Klinge. Die
Schweche geht von der mitten biß an das Ort oder Ende des
Schwerts. Die lange Schneidt ist die volle Wiederschneidt von den
Fingern hinauß gerad gegen dem Wiederpart. Die kurtze oder
halbe Schneiden ist die (man nennt es auch deß Schwerts
Rucke) so gegen oder zwischen dem Daumen gegen dem Fechter gekehret.
Ferner deß Schwerts theilung ist viererley. Der erste Theil
ist das Hefft, oder Bindt, als Kreutz, Knopf zum ringen, einlaufen,
greiffen, werffen, und anderm mehr. Der ander Theil ist die
Stärcke zum schneiden, winden, trucken und was davon
herrühret. Der dritte ist das Mittel auß der
Stärck und Schweche umb deß Schwerts halben Theil
herrühret. Der vierdte Theil ist die Schweche zum
Durchwechseln, schnellen, schlaudern und was mehr darauß
herrühret. Der Mann wird in das Ober und
Under, und der jedes in das Recht und Linck abgetheilet, wie aus der
Figur zur rechten Seite zuersehen. Nach deß Manns Haupt zu
fechten, bedeut das ober die Scheittel deß Kopffs, und das
under den Haltz und Knien zu beyden seiten. Endlich
die Läger oder Hut sindt ein nothwendige zierliche, auch
geschickliche Stellung unnd Geberde deß ganzen Leibs mit dem
Schwerdt, und werden in Ober, Under, Recht und Linck getheilt.
Auß und von den Lägern entspringt das Fechten,
Anfang, Mittel und Ende.
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4
DEr Mann zur linken Seiten liegt im
Läger deß Ochsens, daß da ist der
Obertheil am Mann, und zweyerley, der Rechte und Lincke. Im rechten
Ochsen stehe mit deinem Lincken Fuß vor, halt das Schwert mit
dem Hefft neben deinem Haupt zur rechten Seiten in der höhe,
daß dein vorder Ort dem Mann gegen dem Gesicht stehe. Im
Linken Ochsen stehe mit deinem rechten Fuß vor, halt das
Schwert mit dem Hefft neben deinem Haupt zur lincken Seiten in der
Höhe, etc.
Der Mann zur rechten Seiten liegt im Lager deß Pflugs,
daß da ist deß Mannes Undertheil, auch zweyerley,
der Rechte und Lincke, und ist nur ein Stich von unden auff. Im rechten
Pflug stehe mit deinem rechten Fuß vor, halt das Schwert mit
dem Hefft neben deinem vorgesetzten Knie, wende die Spitz oder den Ort
dem Gegenpart in das Gesicht, als wollest du ihn von unden auffstechen.
Im lincken Pflug stehe mit deinem lincken Fuß vor etc., und
verhalte dich, wie im rechten.
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5

DAs
Bildt zur lincken Handt liegt im Läger, genannt die Oberhuth,
also: Stehe mit dem lincken Fuß vor, halt das Schwert hoch
uber deinem Kopff, damit das Ort gerad uber sich stehe.
Das Bildt zur rechten liegt im
Lager, genannt der Olber, also: Stehe mit dem lincken Fuß
vor, halt das Schwert mit dem Ort vor dich aussgestreckt auff die Erden
vor dein vorgestzten Fuß, damit die kurtze Schneidt oben, und
die lange Schneiden unden stehe.

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6

DEr
Mann zur lincken liegt im Läger, genannt die Schranckhut,
also: Stehe mit dem lincken Fuß vor, halt das Schwerdt mit
geschrenckten Händen, mit dem Ort vor dir auff die
Erden. Der Mann zur rechten liegt im
Läger, genannnt der Hangetort, also: Stehe mit dem rechten
Fuß vor, halt das Schwerdt mit außgestreckten Armen
vor dir, damit die Klinge etwas unter sich gegen der Erden hange.
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7
DAs
Bildt zur rechten liegt im Läger, genannte der Prellhaw, ist
doppel und einfach. Der einfach Prellhaw ist, so Gegentheil auff dich
von oben hero hawet, dann begegne seinem Streich mit einer Schwerch, so
baldt es anrühret, so zeug das Schwerdt umb dein Kopff, schlag
von deiner lincken mit außwendiger letzter Flech zu seinem
Ohr, daß das Schwerdt wider zurück abprellt, im
abprellenten Schwung zuck es wider umb dein Haupt, hawe mit der zwerch
zur lincken zu. Das Bildt zur rechten liegt im Lager, genannt
das Hangetort, also: Stehe mit deinem rechten Fuße vor, halt
dein Schwerdt mit aussgetreckten Armen vor dir ober deinem Gesicht,
daß das Schwerdt etwas under sich gegen der Erden hange.
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8
DAs
Bildt zur Lincken liegt im Läger, genannt der Schielhaw, also:
Lege dich in die Oberhut oder Zornhut, mit dem lincken Fuß
vor, hawet dein Gegenpart auff dich, so hawe auch hingegen, doch im
Streich verwendt dein kutze Schneiden gegen seinem Streich, schlag mit
ebichter Hand zugleich mit ihme hinein, dritt mit deinem rechten
Fuß auff sein lincke Seiten, doch nim auch das Haupt zugleich
geschwindt mit.

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9
DAs
Bildt zur rechten liegt in der Hut oder Läger, genannte der
Wechsel, also: Stehe mit deinem rechten Fuß vor, halt dein
Schwerdt mit dem Orth, oder Schweche auff der Erden neben dir zu der
rechten Seiten außgestreckt, daß die kurtze
Schneide gegen dem Mann stehet.
Das Bildt zur lincken liegt im
Schlüssel, also: Stehe mit deinem lincken Fuß vor,
halt dein Schwerdt mit dem Hefft und uberschlagen Henden
creützweiß vor deiner Brust, das die kurtz Schneide
auff dem lincken Arm liege, und das Ort gegen deß Manns
Gesicht stehe
.
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10
DAs
Bildt zur rechten liegt im verkehren, also: Binde deinem Wiederpart
gegen seiner lincken an sein Schwerdt, im anrühren stodd das
Haupt under deinem rechten Arm durch, entziehe ihm zugleich dein Haupt
wol auss dem Streich gegen deiner rechten, trucke dann sein Schwert
oder Arm mit geschrenckten Henden, vor dir under sich, damit du ihn
zwingest, daß er nicht mehr arbeiten kan, dir aber machstu
platz genug zu arbeiten.
Das Bildt zur
lincken liegt im Zwirchhaw also: Wann du mit einem von oben anbindest,
oder zugleich mit ihm einhawest, so merck, ob er mit der zwirch
wölle umbschlagen, so kommen ihm zuvor mit der Zwirch under
seinem Schwerdt an sein Hals.

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11
DAs
Bildt zur lincken liegt in der Hut deß langen Orts also:
Stehe mit deinem lincken Fuß vor, halt dein Wehr mit
außgestreckten Armen lang vor deinem Gesicht, daß
dein vorder Ort dem Wiederpart gegen seinem Gesicht stehe.
So du dich nun durch
daß auffstreichen erholet, so tritte und hawe von deiner
rechten hoch oben herein gegen seinem lincken Ohr, so bald er dann
nachtrucket, so laß geschwindt dein Schwerdt mit der halben
Schneiden neben seiner lincken under sich sinken, und rück
damit dein Haupt und Hefft uber sich, hawe ihme behend mit kurtzer
Schneiden zu seinem rechten Ohr, also daß die Hend in solchem
Hawe kreutzweiss kommen.

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12
WEnn
du im zufechten in die Oberhut kommest, so laß das Schwerdt
vor dir under sich sinken gegen deiner lincken Seiten, zucke umb dein
Kopff, tritte und haw einen uberzwerch Mittelhaw mit langer Schneiden
gegen seiner lincken zu seinem Halß, oder Schlaff, so balt er
rühret, so zug wider umb den Kopff, haw den andern uberzwerch
Mittelhaw von deiner lincken gegen seiner rechten auch dem
Halß zu, so balt es rühret, so haw den tritten ein
hohen Streich mit langer Schneiden gerad von oben herab. Diese drey
Streich müssen gar behend auffeinander geschehen, Hastu dann
mehr platz, so erhebe dein Haupt gegen deiner lincken uber sich, zug
also umb den Kopff, nim mit der Flech oder kurtze Schneiden neben
deiner lincken von unden durch seine rechte gegen deiner rechten in
einem Riß uber sich auss, daß dein Schwerdt in der
Lufft wieder umbfliehe, haw mit halber Schneiden von oben nieder mir
geschrenckten Henden neben seinem rechten Ohr fürüber
fehl, im vorüberlauffen haw mit kutzer Schneiden ein Zornhaw
zu seiner lincken Seiten nach, und also hawestu dich von ihme hinweg.
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13
DAs
Bildt zur lincken liegt im Läger, genannt die Zornhut, also:
Stehe mit deinem lincken Fuß vor, halt dein Schwerdt auff der
rechten Achseln, also, daß das Schwerdt hinder sich herab zu
einem gefasten Streich hanget, brauche ferrner allhie alle
Stück aus der Hut deß Ochsens doch mit ungleichen
geberdten und Verführung deß Manns.
Hawet dein Gegenpart von oben
auff dich, so tritt und haw ihm von deiner rechten mit einem uberzwerch
Mittelhaw sein herfliehenden Streich mit langer Schneiden von dir
hinweg durch, daß dir dein Schwerdt widerumb fliehe mit
halber Schneiden gegen seinem lincken Ohr, neben dem lass wider
ablauffen, zug alßbaldt von deiner rechten zu deiner lincken
wider umb den Kopff, tritt und schlage ihme mit der Flech von deiner
linken zu seinem rechten Ohr uberzwerch durch die mittel Linien.
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14
SO bald
dein Gegentheil im zufechten sein Schwerdt zur Arbeit in die Lufft
bringet, so stelle dich in den rechten Ochsen (merk, wie mann den
doppeln Prellhaw machen muß) zucke das Schwerdt umb dein
Haupt, haw mit inwendiger Fleche von deiner rechten strack wieder sein
Schwerdt, daß dir dein Knopff im Schlag unden an die Spindel
rühre, Im Streich aber tritt mit deinem rechten Fuß
wol umb seinen Lincken, so bald es rühret, so rücke
es uber sich, reiß indeß gegen der lincken Seiten
gleich mit auß, schlag behend außwendig mit
ebichter Hand widerumb zu derselben blösse hinein, als mit
letzter Fleche.
Item, kanstu dein Gegentheil
im Zugang auss dem Ochsen erlangen, so zug dein Schwerdt umb dein
Kopff, schlag mit außwendiger Flech von deiner rechten strack
gerad uberzwerch zu seinem lincken Ohr, dann zug wider behendt umb dein
Kopff, schlag mit außwendiger Flech von der rechten Seiten
auch uberzwerch hergegen, nach diesen beyden Hawen fechte, was dich gut
düncket.
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15
BIndet
dir einer mit außgestrecktem Schwerdt an dein Schwerdt, merck
so bald sie anrühren, so wechsel behend unden durch, schnell
ihm die Schwech flechlingen von der andern Seiten zu seinem Ohr etc,
auß diesem folgen viel schöner Stück, denck
ihnen nach.
Hawet dir einer im zufechten
von unden, so hawe ihm oben auff sein Schwerdt, sehe das du ihn mit der
Zwirch zu voran under sein Klingen kommest, wo er dir aber mit der
Zwirch under die deine kommen were, so laß dein Schwerdt wol
uber seines abhangen, trucke die also mit deinem Schildt undersich von
dir, kanst ihn also hinder seinem Schwerdt mit halber Schneiden sein
Haupt erlangen.

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16
ZWircht
dir einer von unden, das du mit der zwirch under sein Schwerdt nit
kommen kanst, so fange sein Zwirch mit fürschieben an dein
Schilt, stoss dein Knopff oberhalb deinem rechten Arm wol von dir,
wende ihm die langen Schneide aussen uber seinem Schwerdt von unden
auff zum Kopff, etc.
Item, wann dir einer
ein Schielhaw gegen deinem langen haw herrühret, so
blösset er sein rechte Seiten, lass ihn derowegen an dein
Schwerdt nicht kommen, sonder wechsel unden durch, haw ihme zu seiner
rechten in dem durchfahren nach von deiner lincken lang hinein.

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17
WEnn
dein Wiederpart im zufechten für dir auffgehet, so tritt und
haw von deiner lincken mit kurtzer Schneiden und geschrenckten Henden
zu oder uber den rechten Arm, in diesem Krumbhaw tritt wol zu ihm,
verkehr dein Schwerdt und reiss under sich auss auff dein rechte
Seiten, Arbeitet er uber sich mit den Armen, also daß du ihn
nit under sich bringen kanst, so fahr mit dem Knopff von inwendig
zwischen sein beyde Arm, lass dein lincke Hand vom Heffte, greiffe
darmit deines Schwerts Klingen und reiß uber sich auss. Diess
breche also, daß die lincke Hand ledig, also daß er
vergeblich aussreist, indem fahre seinem uber sich rucken nach mit dem
Schniedt auff sein Arm, laß ihn nicht ledig noch zu einiger
Arbeit ferner kommen.

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18
WAnn
dich einer mit seinem Schwerdt onuersehens underlauffen hat, also
daß ihr beyde gar nahe zusammen kommet, so wirff dein
Schwerdt hinder sich von dir, auch bucke dich eilends vor im under
sich, und ergreiffe ihme mit beyden Händen, sein beide Bein,
zucke an dich, so felt er auff den Rucken.

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19
WAnn
du und dein Gegentheil durch einlauffen so nahe zusammen kommen seydt,
also daß es zu ringen gerathen muss, so tritt mit dem rechten
Fuß zwischen sein beide Bein, lass die lincke Hand vom
Schwerdt, und greiff mit der rechten Hand sampt dem Schwerdt under
seinen rechten Arm durch aussen umb sein Leib, und mit der lincken Hand
ergreiffe ihn von inwendig durch sein rechten Fuß, je
niderer, je besser, sihe daß du mit deinem rechten
Fuß zwischen sein beyde Bein wol durch getretten seyest, auff
daß du mit demselben mit widersperren und außrucken
dem Wurff zu hülff kommen könnest, erhabe ihn also in
einem Schwung, wirff ihn hinder dir auff seyn Kopff.

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