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  Stand: 04.04.2004
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Deutsche Fechtbücher
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108 r

Hÿe hebt sich an die glos und die auslegung der kunst des kampffechtens die do geticht und gemacht hat Peter von Danckgs zů Ingelstat | über den text den do hat gesatzt | Johannes Liechtenawer mit verporgen | und verdackten worten | und hat das getan das die selbigen wort ÿeder man dester pas versten sol -

Das ist der text

Wer absÿnet fechtens zů fuess begÿnnet der schick sein sper zwaÿ sten jm an heben recht were/ Glosa | merck das ist das du dich schicken solt ritterlich mit geleichter were das du deine veint chain vortail geben noch ubersehen solt lassen -

Das ist der text

Sper und ort den vorstich stich an voricht

/ Glosa | merck das ist wenn du dich hast recht gesetzt | oder geschickt mit deinem sper zůzuschiessen | So scheus den vorschus an alle sarg | Trifstu so volg pald dem schuss nach | Also tůe auch | ob du wilt stechen | und nicht schiessen | Nů merck in trifstu nicht recht die plöss mit dem schiessen | oder stechen so fall nicht in dem sper das du dich nicht gebst aus der wag | und er dich nyder werf sunder greif zum swert -

Das ist der text

Spring wind setz recht an wert er zuck das gesigt jm an

/ Glosa merck das ist

108 v

wiltu pleiben | und arbaitten mit der langen were | oder mit dem sper nach dem stich | und nicht wil vor schiessen das sper | So pis rasch und spring | und stich mit künsten | und als pald du hast an gesetzt in sein gesicht oder under sein uchsen | oder in sein hantschuech Inwendig oder wo du ein plös hast gefunden so wind dein sper under dein uchsen | und druck für sich ob du jm magst die seitten an gewinnen sich magstu In stechen durch sein fuess welicher das seÿ | oder durch sein fus zuck dein sper nicht untz das er sich ergeb | und sůch kain ander vortail du magst in denn haben gar gewis an allen zweifel | wert er aber dein an setzen deins ortz wo die ansatzung sey als vorgeschriben ist | So zuck dein sper | und setz ÿm wider an wo du magst an die | oder an der plös mit kunst | und arbait mit dem ort | oder such auf die ringen als hernach geschriben stet | und wenn er sticht so spring auf ein seitten aus dem sper -

Das ist der text

Wiltu vor stechen mit zucken ler wer prechen | Glosa merck das ist | Ist das du stichst felst | und in nicht hast getroffen das jm schädlich seÿ | und frum dir pringen mag | So zuck dein sper | und stich wider | und wart In auf sein leip mit

109 r

deinen ringen als hernach stet geschriben | Es ist zů wissen das | das zucken zů get also | Nÿm dein sper in ped hend in aller mass als das halb swert das die daumen zu samen sten | und wenn du wild zucken so zeuch das sper mit der rechten hant hindersich | und mit linden fulen dein sper gen lest in der dencken hant | Hastu denn unden gestochen einen langen freÿen stich zů den henden oder anders wo wo es sey so stich mit zucken jm zů dem fisir oben - Item du magst auch zucken unden durch an sein sper | oder wechseln | und wider an setzen ye zů der ploss | und wider an setzen nicht anders -

Das ist der text

Merck wil er zyehen von schaiden und wil er fliehen So soltu jm nahen zu weislich wartes fachen | Glosa | merck das ist das wenn du jm zuckest und jm sein kunst und stuck zů nicht machst | und In nicht lest kumen zů schlegen oder zů stichen | und jm sein were zů lanck | und zů kurtz worden ist | und mit seinen henden dein ort aus wil reissen von der seitten do du jm hast angesetzt | oder chihen | oder wil zů dem swert | oder degen greiffen das sein | und wild fliechen

109 v

oder tretten hinder sich | So soltu jm nach volgen nach seinem verloren gewicht mit deiner kurtzen | oder langen were was dich das pest gedunckt | Also wiltu In fachen oder werfen weislich | und pald so pleib peÿ der kurtzen were | und nicht peÿ der langen so hastu denn die vorgreiffen zů seinem leib das pricht sein sterck -

Das ist der text

Ob du wilt ringen hinder pain recht lere springen Rigel für schiessen das vor pain kunstlich schiessen von paiden henden ob du mit kunst gerest wenden | Glosa | merck das ist | und sind ringen die du treiben | und suechen soldest jm kampf das erst ist hinder pain zů springen | oder jm rasch hinder sein ruck zů tretten mit deinem rechten fuess hinder sein lincks pain | oder seiten so dauch unden mit deinem rechten knÿe sein linck knÿepug | und nahen | jm fast mit deinem leib | und oben mit der rechten hant zeuch auch zů ruck | Also das das knÿe unden | und die hant oben mit ein ander gee mit dem zÿehen | und dauchen /

Item du magst auch hinder ruck springen oder tretten mit schnelligkait | und mit deinem knÿe in sein ruck gesetzt | und druck von dir | und oben peÿ seiner hauben gezogen zů dir hůtt dich aber das er dein knÿe | oder pein nicht begreiff | und sich

110 r

umb drät | Dar umd ist es pesser vermiten wenn es hat vil pruch -

/ Item das ander ringen | Ist der rigel für schiessen fur einen oder paide pain | und von paiden seitten ist es albeg gůt | und gewis | also siech welches pain er vor gesetzt hat das selb setz | jm auch für fur einen rigel | Ist das er setzt für das recht pain so nah im nach | und setz dein rechte schieb wol stee an seiner rechten scheiben - / Doch vor allen sachen so müstu vor begreiffen sein rechte hant in der wag jm gelenck mit deiner lincken | und dein rechte hat auswendig in der püg zů dir mit deiner rechten hant | oder mit deinen rechten arm~ von unden auf dein hant seÿ | und dein armen oben seÿ so zeuch oben den armen zů dir | und dauch mit deinem rigel unden von dir | und würf In auf dein rechte seitten auf das maul | oder armen prich

/ Item das dritt ringen ist das vor pain kunstigklich schliessen | Also merck auf sein pain das dir am nagstenn ist | wenn du in der arbait in wild werfen | und mit vortail dar zů kumen magst | So far mit deinen paiden offen painen umb sein pain das da vor stet umb sein knÿscheib mit deinen paiden scheÿben | und druck dein paidew knÿe zů samen fast | Also das sein scheÿb seins pains nicht von dir chöme

110 v

und stos in oben peÿ seiner hauben | So ruck mit einer | oder mit paiden henden pricht er mit hinder rucken | oder zucken | und trit hindersich folg ÿm nach und gewin jm an die ander seitt -

Das ist der text

Ob sich vor ruckt das swert gegen sper wirt gezuckt der stich In war nÿm spring vach ringes eil zu jm linck lanck von hant slach spring weislich und denn vach und druck Ob er wil zuchen von schaiden vach und druck In das er die plöss mit swertes ort verdröss | Glosa merck das ist hastu ein swert | und er ein sper | und er auf dich sticht mit dem sper | und dich uber lengen wil | und sticht einen langen freÿen stich zů deinem leib | So nÿm war wenn er sticht so spring weislich | und rasch aus dem stich des spers | und begreif in und würf in mit dem vorgeschriben ringen | ee er wider sticht | Hastu aber kein were In deinen henden | So streich ab mit lerer hend als | jm ross vechten geschriben stet | Hastu aber ein swert so streich von der lincken seitten zů seinem sper | und als pald du sein sper trifst | und dir nicht zuckt | oder zucken mag | Also wenn er sticht | und du wol trifst zů jm gesprungen oder getreten hast so vach | oder begreif in mit vernünft

111 r

/ und würf | wil er aber zucken swert oder degen | und wil das sper fallen lassen | So lüg auf den degen | oder messer oder swert zÿehen | Ee er zeucht | und lass in nicht dar zů chummen | Sunder begreif jm voren sein hant | oder sein leip | und druck in dar nÿder mit kunsten als vor geschriben ist jm ringen | und du jm nahent zů chumpst so mag er dir kainen schaden zů zÿehen mit seinem swert weder mit ansetzen | weder mit slachen mit dem klos | wenn ir seit pald zů nahent an ein ander das er nicht mag dar zů chömen -

Das ist der text

Leder und handschuech under augen die plössen recht suech verpotne ringen weislich zů lere pringen zů schiessen finde die starcken do mit uberwinde | Glosa | merck das ist | und sind die plöss die du suechen solt jm fechten | oder wenn du In geworffen hast | und sein mächtig pist also du solt jm stechen unden zů dem hantschuech | oder stich jm under sein üchsen | oder stich zů allen pauchflecken | und huett dich das du zů nider nicht stichst als zů den hoden | anders er uberlauft dich | und wirft dich auch -

111 v

/ Merck hastu recht an gesetzt den ort unden in sein hantschuech | oder zům leder | und merckest das du hafst und er plůtt vom stich | oder nicht so ring nicht | Sunder druck in mit deinem ort von dir zům krais untz er sich ergeit das selb setzt du jm recht an in sein visir zuck nicht dein ort die weil du magst | und wenn ers prechen wil mit seinen stucken so prichs | und ring | und volg jm albeg | und fleuch nicht von jm | und uber gib jm nicht oder vor gewinnen vortail mit der ploss - / Merck eben ist das du jm mit deiner were also chumen pist In sein plöss under den hantschůch | und In also auf sperrest | und die seitt also gewinnen hast deinem veint | In ringen wilt oder müest | So wart der nagsten seitten do begreif jm sein pain mit deinen paiden henden | also fur mit deiner ainen hant voren durch sein paide pain | und chum ir zů hilff mit deiner anderen hant hinden hoch pey seinem archs | und schleus dein paide hendt in ein ander heb | und würf in pald auf sein seitten | und puck dich nicht nyder mit dem haubt in dem ringen sunder prüst dich auf foren | und senck dich mit [crossed] nider mit dem arch | und das haubt hindersich | Ist es not das emphinstu wol an seiner leng oder kürtz

[112 r  ]

/ Oder würf in mit dem vor geschriben ringen | also suech deine vortail geleicher weis in allen plössen die | oder ander nach deiner vernünft -

Das ist der text

In aller ler den ort gegen der plöss ker | Glosa | merck das ist das du nÿndert solt an setzen den ort denn zů der plöss | Oder do der man zů gewinnen ist | und du dich nicht vorgebst aus der wag

Das ist der text

Wo man von schaiden swert zucken sicht von in paiden do sol man stercken die schutten recht eben mercken

/ Glosa | merck das ist wenn Ir nu chumen seit von den spiessen | und paid swert habt so sterck dein swert also hab deins swertz hanthab mit der rechten hant | und mit der lincken hant voren das swert nahent mitten in der clingen | und gee auf den man | und süech In mit schlegen | und an setzen | Schlecht er auf dich mit seiner kloßen vor setzt mit halbem swert den schlack | und setz den ort jm wider zů den plössen zů dem visir zů der prust oder unden zů seiner voderen hant | und merck eben die schutten | wenn du an ferst mit deinem swert das du recht | und hochgenüg

112 v

mit guter sterck | vor setzst das er dich nicht slach | und das du nach seinem slag den ort an mügst wider recht an gesetzt | Oder merck eben auf in wenn er tůt ob er mit dem klos dich slachen wolt | und nicht schlüg | und griff zů ringen | oder zů hend stechen -

Das ist der text

Vor nach die zwaÿ dingk prüf weislich lere mit abspringk volg [crossed] allen treffen den starcken wiltu sÿ effen wert er so zuck stich wert er In zů jm ruck Aber lanck ficht so pistu kunstlich bericht/ Glosa | merck das ist das du in allen sachen albeg solt vor chumen es seÿ mit stichen mit schlegen mit ringen magstu aber nicht chumen dar zů ee denn dein feint so wart kluglich auf noch das sind die pruch auf alle sach die er ver maint | und begert zů tůn und prich ÿe sein stuck jm noch ee ers vorpringt oder er gesigt dir an | Merck also wil er dich werfen | und setzt dir ein schranck so kum vor und wirf In zů ruck swingt er dich umb jm ringen so swing jm nach | und würf in jm nach swang also geleicher weis wenn ir euch zetzett umb ein swert paid | und ein yeder es haben wolt | Merck wil er dich slachen zum kopf mit seinem klos mit dem vor | So spring | oder schreit | oder trit klugklich ab dem slag

113 r

auf sein seitten | und wirff In | Ist er dir aber zů starck so volg jm albeg nach in seinen sachen es sey schlahen | oder stechen mit deinem an setzen | und wenn du das tüst so mag er zů slag nicht chumen er prech dir denn dein an satz so stich auf das nach | Oder ist das er wert so zuck und setz wider an | und volg albeg mit deinem zucken jm nach | und lass In nicht aus seinem ort kumpstu aber zů vorsläg | und er dir zů starck ist so slach einen schlack nach dem anderen als oft du magst zů seiner hauben zů seinen armen zů seinen elpogen zů seinen henden zů seinen fuessen | und wo du In geschwechen magst | und ist das er lanck ficht | also das er sich langk strecht | und weit streicht | und sleg tůt | So pistu vor jm sicher -

Das ist der twext

Greift er auch sterck an das schiessen gesigt jm an Mit seinem schlahenden orte Schutzt er sich trif an foricht mit paiden henden den ort zů den augen lere wenden Des voderen fuess mit schlegen du hüetten müest | Glosa | merck das ist wenn du auf dein feint zů dem kopf zů der hauben slachen wild | und er starck mit kurtzem swert mit paiden henden dir den slag vor setzen wil | so drëw jm oben mit schlachen | und pring sein swert wider

113 v

zů dem stich | und stich zwischen sein paid armen von oben nÿder nahent peÿ den henden | jm gelenck | und druck nÿder mit deinem swert | das get auch zů von unden auff | Dar nach so fass mit kunst dein swert zum slag wider | und schlag an alle sarg ein grossen gewissen schlack auf dein veint mit dem schlachenden ort das ist der klos deins swertz | Ist das er vor setzt mit halbem swert und springt nach dem schlag deinen ort jm wider zů seinen augen | und hüett er nicht wol seines vorsatzten fuess mit hÿnder triten | So schlach ym zům pain zů der knÿescheib mit dem klos | und verschlach dich nicht aus der wag | anders er gewinnt dir den ruck an | und wurf dich nider hinder wärtz | oder sünst darnach und er gelernet hiet | Es ist zů wissen das du nicht mer mortschleg süllest dann einen | Es wär dann das du In treffen mügst das es

nÿder fiel oder jm ein armen | oder sünst ein namlich ledlam | oder abschlügst so schlach oder stich als vil du mügst zů wegen pringen magstu aber nicht so winf albeg dein swert wider under dein üchsen | und setz dein | ort wider an zů seinem gesicht nach ÿedem schlag | Ist das er dir zů maisterlich ist - /

Annodominimilesimoquadringentesimoquinquagesimosecundo

MHIT deo gratiaß