Unsere Quellen

Die Techniken, die wir erarbeiten, entstammen größtenteils historischen Quellen, die zum Teil als Lehrbuch konzipiert waren und dementsprechend detailiert und präzise geschrieben wurden.

 

Die Techniken, die wir erarbeiten und vermitteln, sind keine Phantasieprodukte - sie entstammen historischen Quellen, die zum Teil als Lehrbuch konzipiert waren und dementsprechend detailiert und präzise geschrieben wurden. Andere Fechtbücher waren nur als Anhaltspunkt für den damaligen Fechtmeister während seines Unterrichts gedacht. Die Qualität der Beschreibungen schwankt also erheblich. Erst durch die Analyse mehrer Werke erschließen sich die Feinheiten auch der letzten Techniken, denn egal wie ausführlich ein Fechtbuch geschrieben wurde, es bleiben immer Quellen für Fehlinterpretationen und Unklarheiten. Die Sprache hat sich in den vergangenen Jahrhunderten doch erheblich geändert, ebenso wie das Allgemeinwissen und der Zeitgeist. Was für die Menschen im 16. Jahrhundert nicht erwähnenswert war, weil sowieso jedermann bekannt, läßt heutzutage Raum für Spekulationen, die man nur durch weitere Quellenforschung untermauern oder widerlegen kann und muß. Wahrscheinlich gelingt es niemals, den Fechtstil eines Meisters aus dem Mittelalter oder Renaissance hundertprozentig nachzustellen. Die Tradierungskette ist unterbrochen, da ältere Fechttechniken immer neueren Waffen und den damit verbundenen Fechttechniken weichen mußten, was schließlich zum Olympischen Fechten führte. Wir können uns also nur bemühen, unseren bisherigen Interpretationen aufgrund der Eigenschaften der Waffe und den vorhandenen Quellen wieder und wieder in Frage zu stellen, um so eine größtmögliche Annäherung an den tatsächlichen Stil vergangener Jahrhunderte zu erreichen.

Als Ergänzung dazu benutzen wir zum Teil auch Fechtbücher, die ein Fechtmeister eher als Leitfaden für seinen eigenen Unterricht konzipiert hat und in denen dementsprechend einige Techniken zwar beim Namen genannt, aber nicht erklärt werden. Das tun wir aus zwei Gründen:

Zum einen schwankt die Qualität der Beschreibungen zwischen einzelnen Werken, teils sogar zwischen einzelnen Kapiteln des gleichen Werkes so erheblich, dass sich manche Techniken erst durch die Analyse mehrerer unterschiedlicher Werke erschließen lassen.

Zum anderen bleibt immer Raum für Fehlinterpretationen und Unklarheiten, egal wie ausführlich ein Fechtbuch geschrieben wurde. Gründe dafür gibt es viele. Zum Beispiel hat sich die Sprache in den vergangenen Jahrhunderten deutlich gewandelt, ebenso wie das Allgemeinwissen und der Zeitgeist. Was für die Leser der Fechtbücher der letzten Jahrhunderte nicht erwähnenswert war, weil es zum Allgemeinwissen zählte, wirft heutzutage Fragen auf oder lässt Raum für Spekulation. Antworten finden sich nur durch das Vergleichen verschiedener Quellen - und durchs Ausprobieren. So kommt es dann auch, dass wir einige Techniken nach Studium eines weiteren Fechtbuchs noch einmal überarbeiten müssen.

 

Als Hauptquellen für den Säbel orientieren wir uns an Alfred Huttons "Cold Steel" und dem "Art of Defence" von Taylor/Roworth. Die Quellen werden nach Bedarf um andere Fechtbücher ergänzt. Auf den folgenden Seiten findet sich ein Überblick und eine kurze Einführung in die Quellen, die wir im Unterricht verwenden.